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Eiweißstoff lässt überzählige Erbgut-Skripten in Embryos schreddern

Befruchtete Eizellen und junge Embryonen stellen ihre Eiweißstoffe zunächst aus Bauanleitungen (RNAs) her, die ihnen die Mütter mitgaben. Bald schreiben sie diese aber selbst von ihrem Erbgut (DNA) ab. Dann sorgt der Eiweißstoff "Ski7" dafür, dass die Anleitungen in den richtigen Mengen zur Verfügung stehen und kein Chaos aus zu vielen mütterlichen und eigenen Erbgut-Skripten herrscht, erklären Wiener Forscher im Fachjournal "Plos Genetics".

Ein Team um Andrea Pauli vom Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien untersuchte in Zebrafisch-Eizellen und -Embryonen, was passiert, wenn Ski7 fehlt. Diesen Eiweißstoff gibt es auch bei Menschen. Er wird in reifen Eizellen und frühen Embryonen der Fische aber in großen Mengen hergestellt, so die Forscher.

Ohne Ski7 konnten sich die Fischlein nicht richtig entwickeln, berichten sie. Bei tausenden von Genen wurden dann entweder viel zu viele RNAs produziert oder abnormal wenige. Der Eiweißstoff sei demnach essenziell, dass sie eine normale Menge dieser Bauanleitungen haben, und dass überzählige Skripten geschreddert werden. Das ist höchstwahrscheinlich nicht nur bei Fischen, sondern auch bei Menschen der Fall, erklären sie in einer Aussendung.

Aufgerufen am 28.10.2021 um 11:05 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/eiweissstoff-laesst-ueberzaehlige-erbgut-skripten-in-embryos-schreddern-101299837

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