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EMA empfiehlt AstraZeneca weiterhin

Die Europäische Arzneimittelbehörde stuft das Risiko des Impfstoffs als "sehr, sehr gering" ein. Das Österreichische Impfgremium folgt dieser Empfehlung. Das wurde am Mittwochabend bekanntgegeben.

Die EMA gibt grünes Licht für den Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens.  SN/AP
Die EMA gibt grünes Licht für den Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Coronaimpfstoff von AstraZeneca und sehr selten auftretenden Blutgerinnseln bei geimpften Menschen. Die Behörde ging etwa 60 Berichten zu Hirnvenenthrombosen nach. Das gab Emer Cooke, Direktorin der EMA, bekannt. Blutgerinnsel sollen als Warnhinweis für die "seltene Nebenwirkung" in den Beipackzettel aufgenommen werden. "Wir haben alle verfügbaren Daten intensiv geprüft. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis des AstraZeneca-Vakzins ist weiter positiv. Wir brauchen jedes geprüfte und zuverlässige Vakzin, um die Pandemie zu beenden. Das Risiko bei AstraZeneca ist sehr, sehr gering. Der Impfstoff schützt zuverlässig vor einem schweren Verlauf von Covid-19", sagte sie. Pharmakologin Sabine Straus ergänzte: "Wir haben keine direkte Ursache im Impfstoff gefunden, warum es zu dieser Nebenwirkung kommen kann. Möglich ist, dass es an der Immunantwort liegen könnte. AstraZeneca ist angewiesen, weitere Untersuchungen dazu zu liefern. Es gab Hinweise, dass Frauen unter 60 Jahren öfter von der Nebenwirkung betroffen sein könnten. Doch die Daten lassen einen solchen Schluss nicht zu. Alter oder Geschlecht konnten nicht eindeutig als Risikofaktoren erkannt werden", sagt sie.

Die EMA empfiehlt demnach weiterhin uneingeschränkt die Anwendung von AstraZeneca, doch die nationalen Impfgremien haben die Letztentscheidung. Österreich folgt der EMA-Empfehlung und bleibt damit bei seinem Kurs, das Vakzin weiterhin an alle Altersgruppen zu verimpfen. Das gab das Nationale Impfgremium nach seiner Sitzung am Mittwochabend bekannt. "Derzeit soll das Impfprogramm in Österreich unter Berücksichtigung der epidemiologischen Situation und der verfügbaren Impfstoffe unverändert weitergeführt werden", hieß es in der Stellungnahme.

Die Briten hingegen wollen nur mehr über 30-Jährige mit AstraZeneca impfen, Belgien ersten Informationen nach nur noch Personen über 55 Jahren.

In Deutschland empfiehlt die Impfkommission für unter 60-Jährige, dass sie bei einer Zweitimpfung einen anderen Impfstoff bekommen sollen. Doch Peter Arlett, Chef der Pharmaüberwachung der EMA, ist skeptisch: "Wir haben keine Daten darüber, wie sich Impfstoffe unterschiedlicher Bauart mischen lassen. Solange wir diese Daten nicht haben, können wir das nicht empfehlen."

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