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Erotisierendes Obst beim Tanzball

Beim Wiener Ball der Wissenschaften werden heuer aphrodisierendes Obst und Gemüse als Tischdekoration kredenzt.

Erotisierendes Obst beim Tanzball SN/http://www.foto-begsteiger.com
Lustfördernder Granatapfel

Die fleischfressenden Pflanzen als Tischschmuck sind Geschichte - vergnüglich bleibt es trotzdem: Heuer werden die Besucher des Wiener Balls der Wissenschaften an ihren Plätzen mit aphrodisierendem Obst und Gemüse konfrontiert. Auch virtuelle Expeditionen etwa nach Stonehenge oder höchst reelle Besuche einer "akademischen Disko" können am 28. Jänner 2017 im Wiener Rathaus unternommen werden.

Es ist die bereits dritte Ausgabe der Tanzveranstaltung, die als eine Art Protestevent zum umstrittenen Akademikerball ins Leben gerufen wurde. Letzterer findet nur wenige Tage später, am 3. Februar, in der Hofburg statt. Bei der heutigen Präsentation des Programms für die Festivität im Rathaus war die ungeliebte Konkurrenz jedoch kein Thema mehr. Der zuständige Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) und Ballorganisator Oliver Lehmann verwiesen vielmehr auf den Erfolg der Wissenschafts-Fete.

Weltoffenes Klima

"Der Ball hat in der Tat eingeschlagen", freute sich der Stadtrat. Zu den ersten beiden Ausgaben waren jeweils rund 2.600 Gäste erschienen. Die Veranstaltung stehe für ein "weltoffenes Klima". Ballvater Lehmann lobte das Event als "Großraumlabor des geistvollen Vergnügens". Für dieses muss heuer tiefer in die Tasche gegriffen werden: Die Kartenpreise wurden von 80 auf 90 Euro erhöht, wobei die Tickets für Studierende weiterhin 25 Euro kosten, wie betont wurde.

Das Programm gestaltet sich teils klassisch mit Eröffnung, Mitternachtsquadrille und Tanzmusik, teils wissenschaftlich. Der betörende Tischschmuck ersetzt die in den vergangenen Jahren verwendeten Gestecke aus fleischfressende Pflanzen. Die nunmehrige Variante besteht aus Granatäpfeln, Stangensellerie, Anthurien (alias Flamingoblumen) sowie Orchideen - und wurde vom Botanischen Garten der Universität Wien kreiert. Die archäologischen Streifzüge finden unter der Leitung des Wissenschafters des Jahres 2015, Wolfgang Neubauer, statt.

Die Innengestaltung der Diskothek wird von Studierenden der Akademie der Bildenden Künste vorgenommen. Nicht dort, aber bei der Eröffnung und Mitternachtseinlage, spielt das Orchester der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien auf. Wer ganz ohne Tanztätigkeit den Abend beschwingt verbringen möchte, kann etwa auf den "WienerWissenschaftsWein", ein Gemischter Satz des Weinguts Cobenzl, zurückgreifen.

Quelle: APA

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