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Erstes Land der Welt impft nun auch Kleinkinder

Die Altersgruppe der Zwei- bis Elfjährigen erhält in Kuba die heimischen Impfstoffe Abdala und Soberan.

Kuba startet mit Coronaimpfungen für Kinder SN/APA/dpa (Archiv/Themenbild)/Karl
Kuba startet mit Coronaimpfungen für Kinder

Kuba hat als erstes Land weltweit mit der Coronaimpfung für Kleinkinder begonnen. Am Montag starteten die Behörden in der Provinz Cienfuegos mit den Impfungen für die Altersgruppe der Zwei- bis Elfjährigen. Die Kinder erhalten die in Kuba entwickelten Coronaimpfstoffe Abdala und Soberana, die von der Weltgesundheitsorganisation allerdings nicht anerkannt werden. Seit Freitag schon werden Kinder ab zwölf Jahren geimpft.

In Europa haben bislang zwei Impfstoffe (Biontech und Moderna) eine Zulassung für die Anwendung bei Jugendlichen ab zwölf Jahren. Für jüngere Minderjährige ist noch kein Coronaimpfstoff zugelassen.

Sowohl Biontech als auch Moderna begannen im März 2021 damit, Kinder im Alter von sechs Monaten bis zwölf Jahren für ihre Impfstoffe zu testen. Ergebnisse könnten noch im September vorliegen, hieß es vonseiten des Pharmakonzerns Biontech. Damit könnte dann eine Zulassungserweiterung beantragt werden.

Die Vektorimpfstoffe AstraZeneca und Johnson & Johnson sind indes nicht für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Eine Studie des Oxford-Impfstoffs AstraZeneca mit Minderjährigen im Vereinten Königreich wurde pausiert. Das britische Impfkomitee riet nämlich dazu, unter 30-Jährigen aufgrund der beobachteten sehr seltenen Nebenwirkungen ein anderes Vakzin zu verimpfen. Johnson & Johnson will hingegen eine Studie mit Jugendlichen im Herbst 2021 beginnen.

China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela haben unterdessen angekündigt, dass sie jüngere Kinder ebenfalls bald regulär impfen lassen wollen - Kuba ist allerdings das erste Land mit einer flächendeckenden Impfkampagne für Kleinkinder.

Wegen der Pandemie waren Kubas Schulen seit März 2020 die meiste Zeit geschlossen. Am Montag begann nun das neue Schuljahr - auf dem Fernseher, weil nur wenige Haushalte in dem kommunistisch regierten Karibikstaat einen Internetanschluss haben. Die Behörden planen, die Schulen ab Oktober schrittweise wieder zu öffnen, sollten bis dahin alle für eine Coronaimpfung infrage kommenden Kinder und Jugendliche die Impfspritzen erhalten haben.

Die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus hat das Gesundheitssystem des Landes an seine Belastungsgrenze gebracht. Von den insgesamt rund 5700 Todesfällen durch die Pandemie in dem Inselstaat wurde fast die Hälfte allein im vergangenen August registriert.

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