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Europa beteiligt sich bis 2024 an Raumstation ISS

Europa beteiligt sich vier weitere Jahre an der Nutzung der Internationalen Raumstation ISS. Der Ministerrat der europäischen Raumfahrtagentur ESA stimmte der Verlängerung bis 2024 zu, wie ESA-Chef Jan Wörner am Freitag in Luzern (Schweiz) bekannt gab. Für die ISS wurden rund 960 Mio. Euro zugesagt. Die Hauptgeldgeber Russland und USA hatten ihr Engagement bis 2024 bereits früher fixiert.

Europa beteiligt sich bis 2024 an Raumstation ISS SN/APA (Archiv/AFP/NASA)/HO
Die ISS ist seit November 1998 im Dienst.

Die Vertreter der Mitgliedsländer gaben auch grünes Licht für die zweite Phase der prestigeträchtigen ExoMars Mission, für die wegen einer Verzögerung knapp 440 Mio. Euro zusätzlich gebraucht wurden. Insgesamt stellten die 22 Mitgliedsstaaten der ESA 10,3 Mrd. Euro für Raumfahrtprogramme in den kommenden Jahren bereit. Die Agentur hatte Wünsche im Wert von rund 11 Mrd. Euro angemeldet.

Die genannten Beträge sind zum Teil nur schwer zu vergleichen, weil die Programme unterschiedliche Laufzeiten haben. So sind 1,4 Milliarden Euro für Programme zur Erdbeobachtung bis 2025 vorgesehen. 1,6 Milliarden Euro stehen bis 2023 für das Trägerraketenprogramm bereit - für Zuschüsse zur Nutzung der Ariane-5-Rakete, den europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guyana, aber auch für die Entwicklung neuer Technik. So soll ein wiederverwendbares Raumfahrzeug entwickelt werden, das für Experimente in der Schwerelosigkeit genutzt werden kann. Die ESA-Staaten siegelten auch Wörners grundsätzliche Strategie ab, die Zusammenarbeit mit privaten Raumfahrt-Akteuren weiter auszubauen.

Aus Österreich kommen in den nächsten fünf Jahren 91 Mio. Euro aus dem Budget des Infrastrukturministeriums zum Wissenschafts- und Basisprogramm der ESA, gab Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) nach der Sitzung bekannt. "Damit beteiligen wir uns an mehreren Wissenschaftsmissionen, fördern Start-ups und sichern den Betrieb von Testeinrichtungen für Weltraumtechnologie in Österreich", so Leichtfried.

113 Millionen Euro werden investiert

Zusätzlich investiert das Infrastrukturministerium in den sogenannten Wahlprogrammen 113 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren. Dadurch gebe man österreichischen Unternehmen im Weltraumsektor die Möglichkeit, sich an den großen europäischen Erdbeobachtungsmissionen sowie auch Telekommunikationsprojekten oder auch Erkundungsmissionen wie ExoMars zu beteiligen.

Österreich war bei der Konferenz durch den Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG und Vize-Vorsitzenden des ESA-Rats, Klaus Pseiner, vertreten. "Mit dem Konzept Space 4.0, angelehnt an jenes von Industrie 4.0, wurden auf der diesjährigen Ministerkonferenz die Weichen für einen Paradigmenwechsel in Richtung von mehr Anwendungen und Digitalisierung, mehr privaten Initiativen und mehr Effizienz gestellt", so Pseiner.

Ein Herzensprojekt von Direktor Wörner steht allerdings erstmal in den Sternen: Das Programm AIM, mit dem Technik zur Abwehr von Asteroiden entwickelt werden soll. Dafür seien keine ausreichenden Finanzzusagen gemacht worden, sagte Wörner, es kann deshalb nicht wie geplant starten. An dem Thema will die ESA trotzdem dranbleiben: Es gebe Geld im allgemeinen Forschungsprogramm, das für dieses Ziel genutzt werden könne - und einige Mitgliedstaaten hätten angedeutet, eventuell später Geld zur Verfügung zu stellen.

Quelle: Apa/Dpa

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