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Europas Raumfahrt sucht Astronautinnen

Die europäische Astronautenauswahl ist voraussichtlich ab 2021. Es zählen Können und Fitness.

Astronautin Christina Koch bei der Rückkehr von der ISS, der Internationalen Raumstation. SN/apa/afp/pool/sergei ilnitsky
Astronautin Christina Koch bei der Rückkehr von der ISS, der Internationalen Raumstation.

Die US-Astronautin Christina Koch feierte mit rund 330 Tagen auf der ISS dieses Jahr einen neuen Rekord: Keine Frau war bei einem einzelnen Einsatz der Internationalen Raumstation ISS länger im All. Die Elektroingenieurin hatte bei ihrem Aufenthalt bereits zuvor Raumfahrtgeschichte geschrieben - gemeinsam mit ihrer Kollegin Jessica Meir: Im Oktober 2019 waren zum ersten Mal zwei Frauen für einen Außeneinsatz aus der ISS ausgestiegen. Insgesamt absolvierte Koch sechs Außeneinsätze. Anfang Februar kehrte sie zur Erde zurück.

Die erste Frau im Weltraum war 1963 die sowjetische Kosmonautin Walentina Tereschkowa. Die erste Frau im Außendienst war 1984 Swetlana Sawizkaja, sie reiste damals zur sowjetischen Raumstation Saljut 7. Den Rekord unter den Frauen, die im Weltraum arbeiteten, hält die Amerikanerin Peggy Whitson, die sich zehn Mal im Orbit bewegte.

Die ersten Frauen, die ins All wollten, hatten - wie das Wissenschaftsmagazin "spektrum.de" berichtet - noch mit Vorurteilen zu kämpfen, doch das ist Geschichte. Zudem durfte zu Beginn des Raumfahrtzeitalters nur jemand Astronaut werden, der Testpilot war. Für diesen Beruf waren Frauen damals nicht zugelassen. Heute hat sich die amerikanische Raumfahrtagentur NASA der Chancengleichheit verschrieben. Sie ernennt seit sieben Jahren gleich viele Astronautinnen wie Astronauten. Seit 1978 werden Ingenieurinnen und Naturwissenschafterinnen gefördert. 1997 kommandierte die erfahrene Kampfjetpilotin Eileen Collins als erste Frau den Spaceshuttle.

Die ESA, Europas Raumfahrtbehörde, ist mit Astronautinnen spärlich besetzt. Drei Frauen - die Britin Helen Sharman, die Französin Claudie Haigneré und die italienische Kampfjetpilotin und Luftfahrtingenieurin Samantha Cristoforetti - sind bis jetzt ins All geflogen. Die nächste europäische Astronautenauswahl steht voraussichtlich ab 2021 an.

Wie bei der NASA werden die Bewerberinnen und Bewerber geschlechtsneutral ausgesucht, das bedeutet: Es zählen nur Können und körperliche Fitness.

Das Anforderungsprofil ist auf der Homepage der ESA nachzulesen: Die Bewerber müssen einen Hochschulabschluss in Physik, Biologie, Chemie, Mathematik, einer Ingenieurwissenschaft oder in Medizin vorweisen sowie vorzugsweise mindestens drei Jahre Berufserfahrung oder Flugerfahrung als Pilot oder Pilotin haben. Englisch in Wort und Schrift zu beherrschen ist Pflicht. Wer eine weitere Fremdsprache kann, hat einen Vorteil. Die medizinischen und psychologischen Anforderungen für Frauen und Männer sind gleich.





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