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Forscher wollen Lebensmittelverschwendung um zehn Prozent reduzieren

In der EU werden jährlich rund 88 Millionen Tonnen noch essbare Lebensmittel weggeworfen. Ein Konsortium unter Federführung von Fraunhofer Austria will das in dem von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG geförderten Projekt "Appetite" ändern. Angepeilt wird eine Reduktion um zehn Prozent. "Unser Ziel ist es, dass Lebensmittel zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Menge vorhanden sind", erklärte Projektleiterin Alexandra Birkmaier gegenüber der APA.

Symbolbild. SN/pixabay
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In dem Projekt soll "ein Prototyp einer kollaborativen Prognoseplattform entstehen, die einen Abgleich von Angebot und Nachfrage von verderblichen Lebensmitteln ermöglicht", so Birkmaier. Die Grundlage bilden dabei die regionalen Absatzdaten der Partnerunternehmen, der Handelsketten Spar, Metro und Kastner, sowie externe Daten, wie Wetterinformationen und anonymisierte Mobilfunkbewegungsdaten, die das Grazer Start-up Invenium zur Verfügung stellt. Programmieren wird den Prototypen die Wiener IT-Power Services GmbH, wobei die Technische Universität (TU) Wien Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) und die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien Erfahrungen im Bereich der Simulation beisteuern.

Anders als bereits bestehende Initiativen will das Konsortium nicht am Ende der Lieferkette ansetzen, wo etwa Obst oder Gemüse bereits kurz vor dem Verderben sind, sondern viel früher, um so durch "Prävention die Lebensmittelverschwendung bis ins Jahr 2030 um bis zu zehn Prozent reduzieren zu können", so Birkmaier. Als Pilotregion werden Daten aus Ostösterreich verarbeitet. Mithilfe dieser "soll versucht werden, Muster in den Absätzen der Lebensmittel zu erkennen, um zukünftig in nahezu Echtzeit bessere Prognosen liefern zu können".

Als die größten Herausforderungen sieht die Projektleiterin "die unterschiedlich strukturierten Daten der einzelnen Unternehmen so zu vereinheitlichen, dass man daraus Wissen generieren kann, sowie die Integration der externen Daten, damit die KI-Methoden darauf angewendet werden können". Relevant sind etwa Wetterinformationen, da sie Einfluss auf das Verhalten der Menschen haben. So werden beispielsweise bestimmte Filialen weniger frequentiert oder bestimmte Produkte weniger gegessen, wenn es mehrere Tage regnet. Ähnlich wertvolle Informationen lassen sich mit Hilfe der Mobilfunkdaten feststellen. Sie zeigen etwa, wenn sich zur Urlaubszeit besonders viele Menschen in einer ansonsten ruhigeren Region aufhalten.

Mit "Appetite" soll den Groß- und Einzelhändlern eine frühzeitige Umverteilung der Nahrungsmittel in eine Filiale, wo mehr Absatz erwartet wird, ermöglicht werden. Dadurch kann besser auf die Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten eingegangen und die Nahrungsmittelverschwendung reduziert werden. Weiters lässt sich mit den nahezu Echtzeit-Informationen im Verlauf des Tages besser abschätzen, wie viele Lebensmittel übrig bleiben werden, die dann von anderen Initiativen umverteilt werden könnten.

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