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Forscherin aus Salzburg fand 408 Kandidatensterne für erdähnliche Planeten

Der aus Kuchl stammenden und in den USA tätigen Astrophysikerin Lisa Kaltenegger gelang mit Kollegen ein neuer Forschungserfolg.

Die Astrophysikerin Lisa Kaltenegger (hier im Juli 2018 bei einem Besuch der Kinder-Uni an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg). SN/neumayr
Die Astrophysikerin Lisa Kaltenegger (hier im Juli 2018 bei einem Besuch der Kinder-Uni an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg).

400.000 Sterne nahe des Sonnensystems inspiziert das Weltraumteleskop "TESS" seit Juni 2018. "Bei 408 davon könnten wir damit Planeten erkennen, die so klein wie unsere Erde sind und die gleiche Sonneneinstrahlung hätten", erklärte die Astrophysikerin Lisa Kaltenegger. Sie veröffentlichte mit Kollegen im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters" einen Katalog dieser Sterne.

Das NASA-Teleskop TESS (Transit Exoplanet Survey Satellite) beobachtet seit Mitte vergangenen Jahres für mindestens zwei Jahre den ganzen Himmel, um einen Blick auf Planeten zu erhaschen, die vor ihrem Stern vorbeiziehen und ihn dadurch kurzzeitig verdunkeln, so Kaltenegger, die an der Cornell University in Ithaca (US-Bundesstaat New York) forscht. Diese "Transitmethode" ist für die Astronomen ein wichtiges Werkzeug, um erdähnliche Exoplaneten zu finden.

Das Weltraumteleskop kann nicht den ganzen Nord- und Südhimmel gleichzeitig absuchen, sondern immer nur einen kleinen Ausschnitt. Die Forscher berechneten, wie viele Sterne es lange genug betrachten sollte, damit ein Planet mit einem ähnlichen Abstand wie die Erde zu ihrer Sonne zwei mal daran vorbeiziehen kann. Das brauchen sie, um deren Umlaufbahn zu berechnen.

Sie identifizierten 1.822 Sterne, bei denen TESS erdähnliche Planeten entdecken kann. "Ähnlich heißt: mit gleicher Sonneneinstrahlung und bis etwa zweimal so groß", so Kaltenegger. Bei 408 dieser Sterne könnte das Teleskop sogar Planeten finden, die genau so klein wie die Erde sind. "Einige dieser Sterne sieht man mit einem Fernglas am Abendhimmel", sagte die Forscherin. Sie leitet nun ein Beobachtungsprogramm mit TESS, das die 1.822 besonders interessanten Sterne detailliert auf Planeten absucht.

Im Katalog sind auch 227 Sterne verzeichnet, bei denen das Weltraumteleskop den gesamten Bereich der "habitablen Zone" auf Planeten absuchen kann Das ist jener Bereich, wo die Temperatur flüssiges Wasser auf der Oberfläche zulässt. Die Sterne im Katalog seien allesamt kühler als unsere Sonne, erklärt Kaltenegger: "Von dort aus würde man die jeweilige Sonne ähnlich groß wie unsere, aber leicht rötlich am Himmel sehen".

Kaltenegger (42) stammt aus der Tennengauer Gemeinde Kuchl, maturierte am Bundesgymnasium Hallein und studierte im Anschluss unter anderem Technische Physik und Astronomie. Sie arbeitete für die Europäische Weltraumagentur (ESA), an der Harvard University in den USA. Seit 1. Juli 2014 ist sie Associate Professor (außerordentliche Professorin) an der Cornell University in Boston.

Quelle: APA

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