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Gene werden präzise repariert

Anhand von Reisfischen zeigen Heidelberger Forscher neues Verfahren.

Reisfische helfen Forschern. SN/sn
Reisfische helfen Forschern.

CRISPR/Cas ist eine biochemische Methode, um DNA gezielt zu schneiden und zu verändern. Gene können mit dem CRISPR/Cas-System eingefügt, entfernt oder auch ausgeschaltet werden. Allerdings ist das Verfahren bis jetzt aufwendig und auch nicht sicher. Heidelberger Forscher haben jetzt am japanischen Reisfisch ein neues Verfahren entwickelt, wie man möglichst einfach eine Reparaturkopie eines defekten Gens in die DNA einschleust.

Entwicklungsbiologe Joachim Wittbrodt sagt, mit diesem effizienten Verfahren sei die präzise Genausbesserung in der Grundlagenforschung möglich, und eine Anwendung im therapeutischen Bereich rücke damit ein großes Stück näher.

Bei der Genbearbeitung muss zunächst im Genom punktgenau die Stelle gefunden und angesteuert werden, bei der eine Genmutation ausgelöst werden soll. Dazu wurde eine winzige "Sonde" konstruiert. Sie besteht aus RNA-Abschnitten, die der DNA-Abfolge der jeweiligen Zielsequenz entsprechen.

Eine wesentliche Funktion der RNA (Ribonukleinsäure) in der biologischen Zelle ist die Umsetzung von genetischer Information der DNA in Proteine.

Diese "Sonde" also dockt an der gewünschten Stelle der DNA an, um dort den Doppelstrang mit der molekularen "Schere" CRISPR/Cas zu durchschneiden. Dann tritt das zelleigene Reparatursystem in Aktion. Bei der Reparatur dieser künstlich hergestellten Bruchstellen können einzelne DNA-Bausteine jedoch auf zufällige Weise verloren gehen, was die Gentechniker nicht beeinflussen können.

Die Heidelberger Forscher haben aber jetzt am japanischen Reisfisch eine neue Methode gefunden, mit der man eine Genreparatur präzise und sicher ausführen kann. Dabei folgten sie einer einfachen Idee: Anstatt pharmakologische Wirkstoffe mit starken Nebenwirkungen zu verwenden, um die ungewollten Effekte abzuschwächen, veränderten sie die Reparaturkopie so, dass sie nicht "angegriffen" und damit unbrauchbar gemacht werden kann.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.11.2018 um 10:57 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/gene-werden-praezise-repariert-39928126

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