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Impfdurchbrüche sind sehr selten

Nur 0,6 Prozent sind trotz zweiter Impfung an Covid-19 erkrankt.

Trotz Coronaimpfung kann man sich noch infizieren – die Wahrscheinlichkeit ist jedoch gering. SN/sn
Trotz Coronaimpfung kann man sich noch infizieren – die Wahrscheinlichkeit ist jedoch gering.

Wenn sich Menschen nach der Vollimmunisierung durch einen der Impfstoffe dennoch mit SARS-CoV-2 infizieren, spricht man von einem Impfdurchbruch. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat nun einen Abgleich der Daten des epidemiologischen Meldesystems EMS mit jenen des E-Impfpasses angestellt, um alle Fälle von Covid-19 bei geimpften Personen zu erfassen.

Demnach haben sich seit Jahresbeginn 2690 Personen nach Verabreichung der ersten Teilimpfung mit Corona angesteckt, 1560 waren es nach der zweiten Dosis. 96 Impfdurchbrüche wurden bei dem Vakzin Johnson & Johnson registriert, wo nur eine Dosis notwendig ist. Somit sind von den insgesamt in diesem Jahr festgestellten Neuinfektionen 1656 nach einer vollständigen Immunisierung registriert worden. Das sind 0,6 Prozent von 266.000 Corona-Infizierten. Was in dieser Statistik noch fehlt, sind Daten zu Spitalsaufenthalten von Geimpften, die dennoch an Covid-19 erkrankt sind und zu jenen, die auf Intensivstationen behandelt werden mussten oder gar verstarben.

Eine aktuelle britische Studie unterstreicht indessen einmal mehr, dass vollständig gegen Covid-19 Geimpfte ein deutlich geringeres Risiko haben, sich mit SARS-CoV-2 anzustecken als Ungeimpfte. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Geimpfter positiv auf das Coronavirus getestet wird, um ein Drittel geringer als bei ungeimpften Personen.

Der häufigste Grund für einen Impfdurchbruch ist ein durch Vorerkrankungen oder Krebstherapien geschwächtes Immunsystem. Hier kann der Körper mitunter nicht auf das Vakzin reagieren und keine ausreichende Antikörperantwort aufbauen. Der Impfschutz erscheint in dieser Gruppe um rund ein Drittel reduziert, sagt Markus Zeitlinger, Vorstand der Universitätsklinik für klinische Pharmakologie der MedUni Wien. Geimpfte immunsupprimierte Personen würden nach einer Covid-19-Infektion auch eher im Krankenhaus landen. Betroffenen rät der Experte daher weiter zur Vorsicht bei zwischenmenschlichen Kontakten.

Aufgerufen am 27.10.2021 um 10:49 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/impfdurchbrueche-sind-sehr-selten-107562556

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