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In der EU gelten neue Blei-Grenzwerte für Lebensmittel

Der Gehalt krebserregender Stoffe wird weiter verringert. 2020 wurde bei 2,7 Millionen Menschen Krebs diagnostiziert.

In Fisch wurde immer wieder hoher Bleigehalt festgestellt.  SN/stock.adobe.com/beats_
In Fisch wurde immer wieder hoher Bleigehalt festgestellt.

Europa kämpft gegen Krebs und deshalb treten in dieser Woche neue Grenzwerte für bestimmte Schwermetalle in Lebensmitteln in Kraft. Etwa bei Säuglingsnahrung, Gewürzen, Weinen und Salz gelten seit Montag strengere oder zusätzliche Höchstgehalte für Blei. Ab Dienstag gibt es zudem neue Cadmium-Grenzwerte für etliche Obst-, Gemüse- und Getreidesorten sowie Ölsaaten.

"Im Rahmen des europäischen Krebsbekämpfungsplans haben wir uns verpflichtet, den Gehalt karzinogener Inhaltsstoffe weiter zu verringern", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Hintergrund der neuen Grenzwerte für das Schwermetall Blei sind Erkenntnisse, nach denen es keine Schwelle gibt, unterhalb der gesundheitliche Schädigungen für den Menschen sicher ausgeschlossen werden können. Zudem äußerte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zuletzt Besorgnis darüber, dass die derzeitige ernährungsbedingte Exposition gegenüber Blei die neurologische Entwicklung von Föten, Kleinkindern und Kindern beeinträchtigen könnte. Vergleichsweise hohe Bleigehalte wurden in der Vergangenheit in Algen, Fisch, Meeresfrüchten und Nahrungsergänzungsmitteln nachgewiesen. Laut deutschem Bundesumweltministerium können aber auch andere Lebensmittel wie Getreideprodukte oder Gemüse trotz vergleichsweise geringer Bleigehalte einen nennenswerten Anteil zur Bleiaufnahme beitragen, da diese viel verzehrt werden. Künftig gilt so auch für die meisten Salzsorten ein Höchstgehalt von 1,0 Milligramm je Kilogramm. Für Weine wird er ab der Ernte 2022 von 0,15 auf 0,10 Milligramm je Kilogramm abgesenkt.

Hintergrund der neuen Grenzwerte für Cadmium sind Daten, die nach der Umsetzung von 2014 empfohlenen Risikominderungsmaßnahmen über das Vorkommen erhoben wurden. Diese zeigen nach Angaben der zuständigen EU-Kommission, dass es möglich ist, den Cadmiumgehalt in vielen Lebensmitteln zu verringern. Das Schwermetall gelangt insbesondere durch Verbrennungsprozesse oder als Bestandteil von Klärschlamm in die Umwelt. Zudem kann es auch durch Phosphatdüngung in den Boden eingetragen werden. Wie Blei ist Cadmium giftig und krebserregend.

Der europäische Plan zur Krebsbekämpfung wurde im Februar vorgestellt und sieht neben neuen Grenzwerten noch etliche andere Maßnahmen vor. Zu ihnen gehören zum Beispiel ein EU-Krebsvorsorgeprogramm und ein EU-weites Netz von Krebszentren. 2020 wurde bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs diagnostiziert.

Aufgerufen am 06.12.2021 um 04:08 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/in-der-eu-gelten-neue-blei-grenzwerte-fuer-lebensmittel-108746203

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