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It's all about money

930 Euro im Monat gibt ein durchschnittlicher Studierender aus. Wie die Wissbegierigen ihr Leben finanzieren - und ob sie ihre Oma anbetteln müssen.

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Geld spielt für Studierende eine gewichtige Rolle: Ein Drittel aller Inskribierten hat Schwierigkeiten, seinen Lebensunterhalt zu bezahlen. Das Elternhaus ist dabei oft entscheidend. Die Schwierigkeiten sind für Angehörige niedriger Schichten beinahe doppelt so hoch wie für Studierende aus hoher Schicht. Das geht aus der Sozialerhebung des Wissenschaftsministeriums hervor.

Das Thema Finanzierung sei auch bei den Beratungsgesprächen ein großes Thema, sagt Peter Engel von der Salzburger Hochschülerschaft. Doch wie schaffen es die jungen Wissbegierigen, ihr Leben zu finanzieren? Und wie viel Geld braucht ein Studierender eigentlich im Monat?

930 Euro geben die Wissbegierigen im Schnitt aus. Je älter der Studierende, desto höher sind die Kosten: Über 30-Jährige benötigen etwa 1400 Euro im Monat für ihren Lebensunterhalt. Wohnen ist der größte Kostenpunkt, 389 Euro bezahlen Studierende im Schnitt dafür. Das ist ein Drittel des verfügbaren Budgets. Nur zwölf Prozent können bei ihren Eltern wohnen und sparen sich die Miete. Um 200 Euro kaufen die Inskribierten Lebensmittel ein. Die Geldquellen seien unterschiedlich, sagt Engel.

1. Familienbeihilfe beziehen
43 Prozent aller Studierenden bekamen 2015 die Familienbeihilfe überwiesen. Die Auszahlung ist bis 24 Jahre möglich, wenn die Mindeststudiendauer plus ein Toleranzsemester eingehalten wird. 162 Euro pro Monat landen so auf dem Konto der Studierenden.

2. Studienbeihilfe beantragen
Die Studienbeihilfe soll sozial Schwächergestellten helfen, ihr Leben zu finanzieren. Die Höhe hängt laut Wissenschaftsministerium vom Einkommen der Eltern ab: In der Berechnung werden zumutbare Unterhaltsleistungen von Eltern und Eigenleistungen abgezogen. Im Schnitt erhält jeder Bezieher 300 Euro im Monat. Zwölf Prozent der Inskribierten bekommen die Beihilfe überwiesen. "Wer sie bekommt, hat auch Anspruch auf die Erstattung der Studiengebühr sowie auf Zuschüsse", sagt Engel.

Eine Sonderform ist das Selbsterhalterstipendium: Wer vor Uni-Start vier Jahre lang gearbeitet hat, kann es beantragen - unabhängig vom Einkommen der Eltern. Durchschnittlich 678 Euro pro Monat erhält ein Selbsterhalter, das ist das Höchststipendium. Diese Sonderform sei vor allem für Junge wichtig, die keine Unterstützung von ihren Eltern bekämen, sagt Engel.

3. Sich für ein Leistungsstipendium bewerben
Universitäten, Privatuniversitäten und Fachhochschulen bieten meist ein Leistungsstipendium an. Der Zuschuss hängt nicht vom Einkommen, sondern vom Studienerfolg ab. Pro Jahr sind 750 Euro möglich. Gut genug dafür sind allerdings nur vier Prozent der Studierenden.

4. Wohnbeihilfe beantragen
389 Euro Miete zahlen die Wissbegierigen durchschnittlich. Am billigsten wohnen Studierende in Leoben, Graz und Klagenfurt. Wer Unterstützung braucht, kann Wohnbeihilfe bei den Ländern beantragen. Die Höhe ist unterschiedlich. Für die Berechnung wird das Einkommen des Haushalts - also etwa auch der gesamten Wohngemeinschaft - herangezogen.

5. Eine Arbeit suchen
Ein Großteil der Studierenden arbeitet während der Ausbildung: 61 Prozent jobben neben dem Lernen durchschnittlich 20 Stunden pro Woche. Sie bekommen rund 780 Euro dafür. Für drei Viertel aller Wissbegierigen ist die Arbeit nötig, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Elf Prozent aller Inskribierten arbeiten sogar Vollzeit, wie aus dem Sozialbericht hervorgeht.

Erwerbstätigkeit führt jedoch zu einer Doppelbelastung: Ab elf Stunden Arbeit pro Woche reduziert sich die Lernzeit deutlich. Die Hälfte aller arbeitenden Studis spricht von Vereinbarkeitsproblemen. Dafür sammeln sie wichtige Praxis. 57 Prozent der Inskribierten arbeiten in einem Bereich, der dem Studium entspricht. Für Jobsuchende empfiehlt Engel die ÖH-Börse.

6. Praktika in den Ferien absolvieren
Bei manchen Studien ist Arbeiten verpflichtend. Ein Viertel aller Inskribierten hat ein Praktikum absolviert, das im Studienplan vorgesehen ist. Ein Drittel hat aber freiwillig die Ferien für Praxiserfahrung geopfert. Nur die Hälfte aller Praktikanten ist dafür aber bezahlt worden. Im Schnitt dauern die Fe rialjobs drei Monate.

7. Eltern und Großeltern anbetteln
Die Studierenden in Österreich sorgen zu einem Großteil für sich selbst. Vier Fünftel ihrer Lebenskosten tragen die Wissbegierigen. Sie erhalten aber Naturalleistungen wie Lebensmittel in Höhe von 140 Euro pro Monat von ihrer Familie.

Aufgerufen am 22.06.2018 um 01:01 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/it-s-all-about-money-109108

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