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Mannagetta-Preis für Medizin an Molekularbiologin Joanna Loizou

Die Molekularbiologin Joanna Loizou von der Medizinischen Universität Wien erhält von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) den diesjährigen Mannagetta-Preis für Medizin. Sie bekommt die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung der DNA-Reparatur, teilte die ÖAW mit. Der mit 7.000 Euro dotierte Mannagetta-Preis für die Geschichte der Medizin geht an die Historikerin Sabine Jesner von der Uni Graz.

Schäden am Erbgut (DNA) und Mechanismen zur Reparatur der DNA spielen eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung. Loizou, die seit 2011 am Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der ÖAW und seit 2020 auch am Institut für Krebsforschung der Med-Uni Wien tätig ist, untersucht, wie die DNA-Reparaturwege in unterschiedlichen menschlichen Zelltypen verlaufen. Ihr Ziel ist die Entwicklung therapeutischer Ansätze für Krebs und andere Krankheiten, die mit DNA-Reparaturdefekten einhergehen.

Die Historikerin Sabine Jesner vom Institut für Geschichte der Uni Graz hat sich mit den Strategien zur Eindämmung von Infektionskrankheiten in der Habsburgermonarchie im 18. Jahrhundert befasst, insbesondere der Beulenpest. Im Zentrum der prophylaktischen Seuchenprävention standen damals Quarantänestationen an der Grenze zum Osmanischen Reich. Diese wirkten sich zwar positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung aus, hatten aber negative Effekte für die Wirtschaft, bargen hohes Konfliktpotenzial und riefen Kritik wegen der hohen Kosten hervor.

Zwei jeweils mit 4.000 Euro dotierte Förderpreise für junge Wissenschafter gingen an den Neurowissenschafter René Seiger von der Uni Wien und den Biochemiker David Merle von der Medizin-Uni Graz. Die Preise werden coronabedingt erst Anfang 2022 verliehen.

Die seit 2019 vergebenen Preise sind nach dem Mediziner Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta (1588-1666) benannt, der mehrmals Rektor der Universität Wien und Leibarzt der Kaiser Ferdinand II., Ferdinand III. sowie Leopold I. war. Er richtete 1661 eine Stiftung ein, die bis heute besteht und die ÖAW bei der Finanzierung von Preisen in der Medizin sowie Stipendien in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften unterstützt.

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