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Neue Kontrolle bei Spenderorganen

Grazer Forscher testen an der Leber eine photoakustische Methode.

Das Forscherteam: Andreas Zirngast, Bettina Leber, Robert Nuster und Philipp Stiegler SN/med uni graz
Das Forscherteam: Andreas Zirngast, Bettina Leber, Robert Nuster und Philipp Stiegler

In Österreich warten derzeit grob 790 Personen auf ein Spendeorgan. Rund drei Viertel davon brauchen eine neue Niere, am zweithäufigsten wird eine Leber benötigt. Gerade diese ist aber oft nur in eingeschränkter Qualität zu bekommen, weil die Spender immer älter werden und ihre Organe in Mitleidenschaft gezogen sind.

Ein neues Verfahren, das Forscher der Universität Graz und der Medizinischen Universität Graz entwickeln, soll ermöglichen, den Zustand eines für die Transplantation freigegebenen Organs schneller und umfassender beurteilen zu können. Die Leber dient ihnen dabei als Testmodell. "Unsere Methode soll einerseits die Anzahl der Transplantationen insgesamt steigern, andererseits wollen wir vorgeschädigte Organe leichter identifizieren. Eine bessere Selektion im Vorfeld bedeutet weniger Folgeeingriffe", betonen die Projektleiter Philipp Stiegler und Robert Nuster.

Herkömmliche Methoden zur Qualitätsbeurteilung, etwa Laborparameter oder eine Biopsie, sind zeitaufwändig und können immer nur örtlich begrenzte Momentaufnahmen liefern. Die Leber ist auch aufgrund der starken Durchblutung ein Organ, dessen Zustand ohne invasive Methoden nur schwer bewertet werden kann. Das Projektteam aus Physikern, Medizinern und Technikern kombiniert die Vorteile zweier bildgebender Verfahren, die bereits im Einsatz sind: die der optischen Bildgebung und die des Ultraschalls. "Durch dieses Zusammenspiel erhalten wir starken Kontrast und eine hohe Auflösung", beschreibt Robert Nuster. Der Physiker beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der photoakustischen Bildgebung. Dabei werden kurze Lichtpulse genutzt, die in das Gewebe diffus eindringen und von den Gefäßen absorbiert werden. Die dadurch entstehende lokale Erwärmung erzeugt ein breites Spektrum von Ultraschallwellen. Möglich werden hochaufgelöste, kontrastreiche Aufnahmen bis in tiefe Regionen des Organs.

Die neue Kombination werde, so das Forschungsteam, Bilder erzeugen, die viel mehr Informationen preisgeben als bisher - zum Beispiel über den Zustand kleinster Blutgefäße oder über die räumliche Verteilung der Sauerstoffsättigung. So sollen auch Organe, die aufgrund minimaler Makel als nicht transplantabel eingestuft wurden, gerettet werden können.

Aufgerufen am 25.11.2020 um 09:54 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/neue-kontrolle-bei-spenderorganen-92400400

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