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Orchideenfächer: Nicht jeder Studiengang kann es schaffen

Evangelische Kirchenmusik, Pferdewissenschaften oder Diätologie. Die Auswahl an sogenannten Orchideenfächer ist an Österreichs Universitäten beinahe unerschöpflich. Doch nicht jeder Studiengang schafft es, staatlich anerkannt zu werden.

Orchideenfächer: Nicht jeder Studiengang kann es schaffen SN/heinz bayer
Pferdewissenschaften sind ein sogenanntes Orchideenstudium.

Seit einigen Jahren ist die Zahl der Studierenden enorm gestiegen. Laut dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gab es vor zehn Jahren noch rund 220.000 Studierende in Österreich. Nun liegt die Anzahl bei mehr als 300.000 Studenten in ganz Österreich. Hinzu kommen weitere 10.000 Studierende von Privatuniversitäten und rund 50.000 von Fachhochschulen. Damit hat sich aber nicht nur die Anzahl der Studierenden erhöht, sondern auch die Auswahl an verschiedenen Studiengängen steigt immer weiter. Darunter befinden sich immer häufiger die sogenannten "Orchideenfächer". Sie zeichnen sich entweder durch ihre Alleinstellung in einem bestimmten Bereich oder durch die geringe Anzahl der Studierenden aus - und werden immer wieder kritisiert. Wer aber meint, dass jeder Studiengang ohne weiteres staatlich anerkannt wird, der irrt. Denn Nischenfächer wie Finanz- und Versicherungsmathematik, Pferdewissenschaften oder evangelische bzw. katholische Kirchenmusik, müssen, wie jeder andere Studiengang auch, gewisse Hürden meistern.

Agentur für Qualitätssicherung prüft

So musste zum Beispiel der Start des Pharmazie-Studienganges an der Paracelsus Medizinischen Universität in Salzburg bis auf weiteres auf den Herbst 2017 verschoben werden. Ob der Studiengang schlussendlich in Kraft treten kann, hängt jedoch von der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) ab. Denn nicht jeder neue Studiengang besitzt automatisch eine staatliche Anerkennung. Dafür bedarf es meistens einer Akkreditierung, welche von der AQ Austria bescheinigt wird. Somit trägt jeder akkreditierte Studiengang ein Qualitätssiegel.

Öffentliche Hochschulen haben es in der Hinsicht einfacher als Privatuniversitäten und Fachhochschulen, denn sie benötigen keine Akkreditierung. Die AQ Austria gewährleistet damit, dass Studiengänge sowohl an Privatuniversitäten als auch an Fachhochschulen gleichwertig zu den staatlichen Universitäten sind. Die Hochschulen tragen jedoch selbst die Verantwortung der Qualitätssicherung und -entwicklung in Lehre, Forschung und Organisation. Staatliche Universitäten können diese Leistungsfähigkeit und die Organisation des Qualitätsmanagements zusätzlich mittels einem Audit zertifizieren lassen.

Genauere Informationen zu den Bewertungsstandards um das Akkreditierungsverfahren oder dem Audit können auf der Homepage der AQ Austria abgerufen werden. Hier können zudem die Akkreditierungs- und Zertifizierungsentscheidungen der Universitäten und Fachhochschulen mit den jeweiligen Ergebnisberichten eingesehen werden.

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

Quelle: SN

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