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Reste einer Supernova am Meeresgrund entdeckt

Wenn ein Stern in unserer Milchstraße stirbt, bleibt seine Umgebung nicht unbeeindruckt.

Wenn ein großer Stern stirbt, explodiert er. Die Explosion, die bei einer Supernova stattfindet, ist ein Prozess über Millionen Jahre hinweg. Dabei schleudert die Sonne unendlich große Wolken von geladenen Teilchen ins Weltall.

Forscher aus München und Wien entdeckten nun in einer Bodenprobe vom Meeresgrund des Pazifiks westlich von Peru Eisenoxid-Teilchen. Eisen ist eines der häufigsten Elemente in der Erdkruste.

Dieser Fund aber in einer Sedimentschicht aus 5000 Metern Tiefe beinhaltet Spuren des Eisen-Isotops 60. Isotope sind meist instabile chemische Verbindungen, die sich durch radioaktiven Zerfall umwandeln.

Die Forscher der Technischen Universität in München und der ZAMG Geophysik in Wien fanden heraus, dass die gefundenen Substanzen von der Explosion eines Sternes herrührt, die vor 2,8 Millionen Jahren stattfand. Sie fanden weiters heraus, dass die Explosionsreste der sterbenden Sonne die Erde mehr als eine Million Jahre eingehüllt haben müssen. Das ist deutlich länger als bisher angenommen.

Begonnen hat alles vor mehr als zehn Jahren. Damals hatte man diese Sedimentproben bereits gefunden. "Das war ein extrem spannender Fund", erklärt ZAMG-Geophysiker Egli, "denn es gibt keinen Prozess auf der Erde, bei dem Eisen-60 entsteht." Die Verbindung konnte auch nicht aus der Zeit der Entstehung unseres Planeten stammen. Da wäre es längst zerfallen. Denn Eisen-60 ist nur schwach radioaktiv und zerfällt mit einer Halbwertszeit von 2,5 Millionen Jahren. Somit musste dieses Eisen-60 aus der Explosion eines Sternes stammen. Interessant ist auch, dass es zur Zeit der Sternexplosion auf der Erde ein Artensterben gab. Molluskeln und Muscheln waren davon betroffen.

Endgültige Gewissheit über den Fund erlangte man erst jetzt. Zunächst suchte man langwierig nach einer weiteren Probe am Meeresgrund, um den ersten Fund zu bestätigen. Die Analyse im Teilchenbeschleuniger der TU München erbrachte schließlich die Gewissheit. Die Eisen-Isotope stammen aus der Sternenstaubwolke, welche die Erde vor 2,8 Millionen Jahren eingehüllt hatte. Sie hielt sich bis vor 1,5 Millionen Jahren.

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