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Sport lindert Blutarmut bei krebskranken Mäusen

Durch Krebs hervorgerufene Blutarmut entsteht, weil rote Blutkörperchen verstärkt abgebaut werden. Mit Mäusen haben Basler Forschende gezeigt, dass Sport diesen Abbau lindert und die Blutbildung wieder normalisiert, wie sie im Fachmagazin "Science Advances" berichten.

Symbolbild. SN/APA (dpa/gms/Gabbert)/Klaus-Diet
Symbolbild.

Krebs löst bei vielen Betroffenen Blutarmut aus und ruft infolgedessen Müdigkeit, Trägheit und ein vermindertes Leistungsvermögen hervor. Dies mindert die Lebensqualität und kann negative Auswirkungen auf den Therapieverlauf haben.

Das Team um Christoph Handschin vom Biozentrum der Universität Basel wies nun im Mausmodell nach, dass Krebs den Stoffwechsel massiv durcheinanderbringt, was zu einem verstärkten Abbau der roten Blutkörperchen durch körpereigene Fresszellen führt. Eine erhöhte Produktion roter Blutkörperchen verhindert die Anämie nicht.

In Versuchen mit trainierenden, krebskranken Mäusen stellten die Forschenden fest, dass sich der Stoffwechsel teilweise normalisierte, sodass die Blutarmut zurückging. Müdigkeit konnte bei diesen Tieren verhindert werden, ihr Leistungsvermögen und Bewegungsdrang war höher. Das seien Zeichen für ein gesteigertes Wohlbefinden, hieß es in einer Mitteilung der Uni Basel. Medikamentöse Behandlungen indessen linderten die Blutarmut nicht signifikant.

Ungefähr ein Drittel aller neu diagnostizierten Krebspatienten leidet an Anämie. Infolge der Krebsbehandlung sind sogar drei von vier Patienten davon betroffen. Wenn sich zeigen würde, dass sich die Erkenntnisse aus der Maus-Studie auf Menschen mit Krebs übertragen ließen, könnte sich Sport zu Therapiezwecken erheblich auf die Lebensqualität und möglicherweise auf das Überleben der Patienten auswirken, so die Forschenden.

Aufgerufen am 19.09.2021 um 10:16 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/sport-lindert-blutarmut-bei-krebskranken-maeusen-109183261

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