Am Montag hat das Sturmtief "Cleopatra" die Mittelmeerinsel Sardinien getroffen, mit verheerenden Folgen - die Behörden gingen am Mittwoch von mindestens 16 Todesopfern aus. Nur wenige Stunden zuvor waren am Wochenende fast 80 Tornados über die USA hinweggefegt und hatten weite Teile des Mittleren Westens verwüstet. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben. Taifun "Haiyan", der vor rund zwei Wochen die Philippinen traf, brachte die traurige Bilanz von mehr als 4000 Toten und rund vier Millionen Menschen, die durch den heftigen Sturm obdachlos geworden sind. Nun stellt sich die Frage: Hat die Anzahl an Wirbelstürmen zugenommen?Große Schwankungen bei WirbelstürmenMeteorologen können eine Zunahme von tropischen Wirbelstürmen trotz dokumentierten Klimawandels nicht bestätigen: "Die Schwankungen von Jahr zu Jahr sind so extrem, dass ein Trend nur sehr schwer zu erkennen ist", erklärt Johanna Oberzaucher von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) den SN. Es gebe aber Theorien, dass die Stürme intensiver würden.
Dabei müsse jedoch zwischen tropischen Wirbelstürmen und starken Tiefdruckgebieten unterschieden werden: Als tropische Wirbelstürme gelten etwa Hurrikans, Taifune oder Zyklone. Die Bezeichnungen hingen davon ab, wo der Sturm entstehe. "Im Atlantik und Pazifik spricht man von einem Hurrikan, in Südostasien von einem Taifun und im indischen Ozean von einem Zyklon", erklärt die Klimatologin. Dabei handele es sich um dieselbe Erscheinung bloß in verschiedenen Bereichen der Welt. "Bei Stürmen, die uns hierzulande treffen, handelt es sich hingegen um schwere Tiefdruckgebiete", sagt die Meteorologin. Ein Tiefdruckgebiet kann auch mit unspektakulären Wettererscheinungen einhergehen. Es könne sich jedoch im Gegenzug auch zu einem Sturmtief und in weiterer Folge zu einem Orkantief verstärken. Die Windstärke eines Sturm- oder Orkantiefs liegt aber meist unter jener eines tropischen Wirbelsturmes, wie einem Hurrikan oder Taifun. Die Stärke eines Sturms wird anhand einer Skala gemessen.Wie entsteht ein tropischer Wirbelsturm?Tropische Wirbelstürme entstehen über den großen warmen Meeresflächen im Bereich 5 bis 30 Grad nördlich und südlich des Äquators. "Je wärmer das Wasser, desto höher die Gefahr eines Wirbelsturms. Als grober Richtwert gelten Wassertemperaturen ab etwa 26 Grad Celsius und mehr", erklärt Oberzaucher. Die Wirbelsturmsaison dauert von von Sommer bis Herbst, wenn das Meerwasser am wärmsten ist. "Die Philippinen etwa werden jährlich durchschnittlich von acht bis neun Wirbelstürmen getroffen." 1993 war die Anzahl mit 19 tropischen Wirbelstürmen besonders hoch.
Über Land entstehen derartige Wirbelstürme hingegen nicht. Demnach könne ein Wirbelsturm solchen Ausmaßes ein Land wie Österreich nicht treffen. "Haiyan": Der stärkste Sturm aller Zeiten "Der Taifun ,Haiyan', der am 8. November über die Philippinen gefegt ist, hatte mit Ausläufern einen Durchmesser von rund 600 Kilometern, etwa die Strecke von Salzburg nach Budapest", veranschaulicht Oberzaucher. Die Navy spricht von mittleren Winden zwischen 305 bis 315 km/h und Spitzenböen bis zu 380 km/h. Zusätzlich zum Wind sorgte "Haiyan" auch für kräftige Niederschläge. An der Station Calapan etwa wurden innerhalb von 24 Stunden 224 Liter pro Quadratmeter registriert. Damit dürfte "Haiyan" der stärkste Wirbelsturm sein, der je auf Land getroffen ist.
Als stärkster tropischer Wirbelsturm seit Aufzeichnungsbgeinn hatte bisher Taifun "Nancy" im Jahre 1961 gegolten. Für "Nancy " sind Mittelwinde 345 km/h archiviert, die "Haiyan" nochmals übertreffen würde. Zudem traf "Nancy" nicht mit solcher Wucht auf Land.








