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Über die Schöpfung: So steht es in der Bibel

"Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie." (Bibel, Genesis 1, 26.27)

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Der Anfang der Welt und des Lebens auf ihr ist zu Beginn der Bibel zwei Mal nacheinander und auf ganz unterschiedliche Weise überliefert: in Gen 1 und 2. Beide Kapitel enthalten weder naturwissenschaftliche noch historische Fakten. Sie erzählen vielmehr von einer mythischen Urzeit, also von Grundgegebenheiten des Menschen und der Welt in ihrer Beziehung zu ihrem Schöpfer. Gen 1, 26-28 entstammt der im 6. Jahrhundert v. Chr. im babylonischen Exil verfassten "Priesterschrift", einer Quellenschrift des Alten Testaments, die
ihre Namensgebung ihrem Interesse an der Erhaltung des rechten Kults verdankt. Ihre Verfasser setzen den Götterkämpfen des
babylonischen Schöpfungsmythos ihre Idee eines einzigen Schöpfergottes entgegen:
Der Mensch wird als Teil seiner Schöpfung vorgestellt, wobei ihm eine Sonderstellung zukommt. Im Gegensatz zu den Göttern der altorientalischen Welt, die in Kultstatuen verehrt wurden, ist laut dem hebräischen Urtext der Mensch "Statue Gottes", was in der griechischen Übersetzung mit "Bild Gottes" wiedergegeben wird. In Ägypten und Assyrien wurde außerdem der Pharao oder der König als Repräsentant Gottes auf Erden verehrt. Er sollte die göttliche Weltordnung beschützen und verteidigen.

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