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Verstümmeltes Skelett in Herkulaneum entdeckt

Das teilweise verstümmelte Skelett eines Mannes, den die Feuer- und Gaslawine des Vesuvs tötete, ist auf dem archäologischen Gelände von Herkulaneum bei Neapel gefunden worden.

Die Entdeckung wirft ein neues Licht auf die letzten Momente im Leben der Stadt, die wie das nahegelegene Pompeji durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. verschüttet wurde.

Das Skelett wurde unweit des antiken Strandes der Stadt entdeckt, wo bei der letzten großen Ausgrabung in den 1980er und 1990er Jahren die Überreste von mehr als 300 Menschen gefunden wurden."Es ist eine Entdeckung, von der wir uns viel versprechen", sagte Francesco Sirano, der seit 2017 an der Spitze des archäologischen Parks steht. Der italienische Kulturminister Dario Franceschini sprach von einem "sensationellen Fund".

Das Skelett wurde bei Ausgrabungen entdeckt, mit denen die Archäologen des Parks seit Wochen beschäftigt sind. Sie stehen im Zusammenhang mit der Vorbereitung eines Weges, der es den Besuchern ermöglicht, die monumentale Villa dei Papiri zu erreichen, indem sie der Strandpromenade der antiken Stadt folgen. Die Villa dei Papiri zählt zu den größten Attraktionen Herkulaneums und ist einer der bedeutendsten Baukomplexe aus altrömischer Zeit. Das etwa 250 Quadratmeter große Gebäude war beim Vesuvausbruch von vulkanischen Schlammmassen vollständig begraben worden.

Die Villa dei Papiri wurde im Jahr 1750 von dem Schweizer Archäologen Karl Weber entdeckt. Ihr Name leitet sich von den fast 1.000 Papyrusrollen ab, die dort gefunden wurden. Der Erbauer der Villa, Lucius Calpurnius Piso, galt als großer Literaturliebhaber. Er ließ nachweislich zwei Privatbibliotheken bauen, von denen bisher nur die "griechische" Bibliothek gefunden und restauriert worden ist.

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