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Warum alles Große schrumpfen muss

Leopold Kohr hat bereits in den 1960ern die Grenzen des Wachstums eingemahnt. Sind der Brexit und die anhaltende Eurokrise Vorboten einer Philosophie, die "das Ende der Großen" vorausgeahnt hat?

In Fragen der Wachstumskritik und nachhaltigen Wirtschaftens war Leopold Kohr seiner Zeit weit voraus. Er hat in den 1950er- und 1960er-Jahren vieles von dem vorweggenommen, was Anfang der Siebzigerjahre als "Die Grenzen des Wachstums" (Club of Rome, 1972) formuliert wurde. Aber das philosophische und ökonomische Lebenswerk Leopold Kohrs reicht viel weiter. Denn nicht wenige der Pathologien eines ungebrochenen Entgrenzungs- oder Steigerungswahns gehen über die Zerstörung unserer Lebenswelt hinaus.



1.>Die Wachstumsmaschine und ihre Konsumenten>
Längst haben zeitgenössische Konsumdemokratien nicht nur äußere, sondern auch innere Wachstumsgrenzen erreicht. Verbrauchen wir so viel, weil wir in heiterer Kauflaune verharren? Oder sind es nicht vielmehr defensive Motive, die uns veranlassen, eine Wachstumsmaschine in Gang zu halten, die ohne willfährige Konsumenten nie funktionieren könnte? Ein bekannter britischer Kollege drückte es kürzlich so aus: Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, mit Geld, das wir nicht haben, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen.

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