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Warum Linz jetzt eigene Seekühe hat

Drei in den "Linzer Sanden" im 19. und 20. Jahrhundert entdeckte versteinerte Skelette bilden eine neue eigenständige Seekuh-Gattung. Das hat ein großes Forschungsprojekt ans Licht gebracht.

Wissenschafterin Manja Voß mit dem Schädel einer Seekuh.  SN/oö. landesmuseum
Wissenschafterin Manja Voß mit dem Schädel einer Seekuh.

Die Seekuh-Gattung wurde nun nach dem Fundort - lateinisch "Lentia" - mit "Lentiarenium cristolii" benannt. Das gab das Landesmuseum am Mittwoch unter Berufung auf eine wissenschaftliche Publikation bekannt.

Während der Entstehung der Alpen vor etwa 25 Millionen Jahren reichten Ausläufer des Mittelmeers bis an die Felsküste des Mühlviertels. Im Bereich von Linz befanden sich damals seichte Buchten, in denen sich Sande ablagerten.

In diesen in der internationalen Wissenschaft bekannten "Linzer Sanden" wurde 1842 eine fossile Seekuh gefunden. Sie wurde nach dem Wirbeltier-Paläontologen Jules de Christol "Halitherium cristolii" benannt. Im 20. Jahrhundert wurden in Sandgruben in Linz und Perg weitere Skelette gefunden. Man hielt sie für weitere Seekuh-Arten.

Manja Voß vom Berliner Museum für Naturkunde analysierte die versteinerten Überreste im Rahmen eines größeren Forschungsprojektes über die Entwicklungsgeschichte der fossilen Seekühe. Die Ergebnisse wurden nun zusammen mit Geowissenschaftlern des Oberösterreichischen Landesmuseums im European Journal of Taxonomy veröffentlicht. Demnach handelt es sich bei den drei Arten aus den "Linzer Sanden" lediglich um eine einzige Spezies. Obendrein zeigte die Auswertung der Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den bisher bekannten Seekuh-Arten, dass die Linzer Tiere eine eigenständige Gruppe bilden und nicht zur Gattung "Halitherium" gehören. Deshalb wurde ihnen nun ein neuer Gattungsname gegeben: "Lentiarenium cristolii". Er weist latinisiert auf ihre Herkunft hin: Aus den Linzer (Lentia) Sanden (arena).

Quelle: APA

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