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WHO-Mission zur Erkundung der Corona-Ursprünge in Wuhan

In der chinesischen Metropole Wuhan ist am Donnerstag eine WHO-Mission zur Erforschung der Ursprünge des Coronavirus eingetroffen. Die 13 Experten wurden von Behördenvertretern in Schutzanzügen empfangen und mussten einen Corona-Test absolvieren. Anschließend wurden sie in ein Hotel eskortiert, wo sie ihre zweiwöchige Quarantäne absolvieren müssen. Zwei Wissenschafter waren in Singapur wegen positiver Corona-Befunde am Besteigen der Maschine nach Wuhan gehindert worden.

WHO-Experten wurden in Wuhan empfangen SN/APA (AFP)/NICOLAS ASFOURI
WHO-Experten wurden in Wuhan empfangen

Ursprünglich war der Beginn der Mission bereits für vergangene Woche geplant gewesen. Fehlende Genehmigungen von chinesischer Seite verzögerten den Start jedoch.

In Genf traf angesichts der dramatisch schnellen Ausbreitung neuer Virus-Mutationen vorzeitig das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer "dringenden" Sitzung zusammen. Diese sei vorgezogen worden, um "Themen zu besprechen, die dringender Aufmerksamkeit bedürfen", erklärte die WHO. Dazu zählten "die jüngsten Virusvarianten sowie Überlegungen über den Umgang mit Impfungen und Testzertifikaten auf internationalen Reisen".

In den vergangenen Wochen waren in Großbritannien und Südafrika zwei Mutationen des Virus entdeckt worden, die als deutlich ansteckender gelten als die bisherigen Formen des Erregers. Diese Mutationen haben sich mittlerweile in mindestens rund 50 Staaten weltweit verbreitet. Zudem gab Japan am Sonntag die Entdeckung einer weiteren Mutation bekannt, die aus dem brasilianischen Amazonasgebiet stammen soll. Diese Variante wird derzeit untersucht. Es gibt Befürchtungen, dass Impfungen bei neuen Mutationen womöglich nicht so gut wirken könnten. Außerdem können die Mutationen nur durch Sequenzierung des genetischen Codes entdeckt werden, was nicht überall auf der Welt möglich ist.

China meldete unterdessen den ersten Corona-Todesfall seit acht Monaten. Mit strikten Maßnahmen wie der Abriegelung ganzer Städte und Regionen sowie Massentests hatte das Land das Infektionsgeschehen bis zum Frühjahr zunächst unter Kontrolle gebracht. In den vergangenen Wochen stiegen die Infektionszahlen jedoch insbesondere im Norden des Landes wieder an, allerdings auf weit niedrigerem Niveau als etwa in Europa.

Die Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag 138 Neuinfektionen - der höchste Anstieg binnen eines Tages seit März vergangenen Jahres. Der jüngste Corona-Todesfall wurde in der Provinz Hebei registriert, wo die Regierung für mehrere Millionenstädte einen Lockdown verhängt hat. Das Ursprungsvirus war vor gut einem Jahr erstmals in Wuhan festgestellt worden.

Quelle: Apa/Afp/Dpa

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