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Wie entfernt man Zecken richtig?

Die Blutsauger sind derzeit ziemlich aktiv. Nach Ausflügen sollte man gründlich den ganzen Körper absuchen - und für frühe Hilfe etwas im Gepäck haben.

Zecken heften sich gern an geschützten Stellen an: Beim Menschen beißen Zecken am Haaransatz, an den Ohren, an Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, im Genitalbereich oder in der Kniekehle. SN/APA (dpa)/Patrick Pleul
Zecken heften sich gern an geschützten Stellen an: Beim Menschen beißen Zecken am Haaransatz, an den Ohren, an Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, im Genitalbereich oder in der Kniekehle.

Um Zecken ranken sich einige Mythen: So etwa, dass sie auf Bäumen lauern und sich dann auf ihre Opfer fallen lassen - auf Tier und Mensch. Oder dass man Zecken mit Öl, Essig, Alkohol, Klebstoff oder beim Duschen entfernen soll.

Gleich vorweg: Zecken lassen sich am besten mit einer stabilen, spitz zulaufenden Pinzette entfernen. Wer viel wandern geht oder sich jetzt häufig an Seen aufhält, sollte so eine Pinzette im Rucksack oder in der Badetasche haben. Die Pinzette führt man dazu hautnah an die Zecke heran und schließt sie so, dass man den Hinterleib des Tieres nicht quetscht. Dann schließt man die Pinzette fest und zieht das Spinnentier, das zu den Milben zählt, beherzt heraus. Wer sich nicht sicher ist, ob er alles richtig gemacht hat, sollte seinen Hausarzt kontaktieren. Das ist auch aus anderen Gründen empfehlenswert, weil Zecken Krankheitserreger übertragen: Viren, die die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen, aber auch Bakterien, die die Lyme-Borreliose verursachen.

Laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sind mehr als 30 Prozent der Art "Gemeiner Holzbock", der häufigsten Zeckenart in Zentral- und Nordeuropa, mit Borrelien infiziert. Diese Borrelien befinden sich im Darm der Zecke und können nach einer länger dauernden Blutmahlzeit auf den Wirt übertragen werden. In Österreich erkranken pro Jahr 25.000 bis 70.000 Menschen an Lyme-Borreliose. Hautrötungen um die Einstichstelle und grippeähnliche Symptome können auf eine Borreliose hindeuten. Sie wird mit Antibiotika behandelt. Gegen FSME gibt es eine Impfung. Das Virus kann die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen gefährlich schädigen. FSME-Viren werden von Zecken auch dann übertragen, wenn man die Tiere rasch aus der Haut entfernt hat.

Zecken hausen im Gras und auf Büschen und warten dort geduldig, bis ein Wirt vorbeikommt. Dann lassen sich abstreifen. Ab einer Temperatur von etwa fünf bis sieben Grad Celsius beginnen sie aktiv zu werden. Sie überleben kurzzeitiges Einfrieren bei minus 20 Grad.

FSME-Endemiegebiete befinden sich laut Robert-Koch-Institut in Mitteleuropa in Österreich, Polen, Tschechien und der Slowakei, in Deutschland ist der Süden betroffen. Kaum Risiko gibt es im französischen Elsass und im italienischen Trentino.

Zecken heften sich an geschützten Stellen an: Beim Menschen beißen Zecken am Haaransatz, an den Ohren, an Hals, Achseln, Ellenbeuge, am Bauchnabel, im Genitalbereich oder in der Kniekehle. Nach Ausflügen sollte man daher den ganzen Körper absuchen.

Aufgerufen am 16.01.2021 um 09:45 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/wie-entfernt-man-zecken-richtig-89609047

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