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Wien hat ein neues Zentrum für Spitzenforschung

Wien hat ein neues Zentrum für molekularbiologische Spitzen-Grundlagenforschung.

Aussenansicht des neuen IMP-Forschungsgebäude im Rahmen einer Presseführung anl. der Eröffnung des neuen Gebäudes des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Aussenansicht des neuen IMP-Forschungsgebäude im Rahmen einer Presseführung anl. der Eröffnung des neuen Gebäudes des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien.

Am Mittwoch wurde das neue Gebäude des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP) offiziell eröffnet. Der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim (BI) setzt dabei auf die mehr als 30 Jahre alte Institution als Ideenbringer mit enger Kooperation hauseigener Forschung, sagten führende BI-Manager der APA.

"Wien ist eine internationale Stadt, ein Magnet, der Leute hoher Diversität in Kultur und Ausbildung anzieht. Das ist sehr wichtig für Kreativität. Wir finden das konzentriert am IMP", sagte Michael Pairet, Mitglied der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim und verantwortlich für den Bereich Innovation.

Das IMP in Wien-Landstraße sei mit seinen rund 200 direkt in der Grundlagenforschung tätigen Wissenschaftern auch "ein Pool für sehr gute, junge Wissenschafter". Der Konzern hat in Wien seine onkologische Forschung konzentriert. Hier sei das IMP in einer engen Kooperation bei seinen unabhängigen wissenschaftlichen Aktivitäten wichtig für das Finden neuer Ideen, die später in innovativen Arzneimitteln münden sollten.

Dafür hätte es bereits gute Beispiele gegeben. Noch gemeinsam mit US-Biotechkonzern Genentech seien ehemals am IMP frühe Arbeiten für die Entwicklung eines der wichtigsten Biotech-Krebsmedikamente (Bevacizumab) gelaufen.

Mit der Identifizierung des Enzyms der Polo-like-Kinase wäre die Basis für die Entwicklung einer neuen Wirksubstanz bei bösartigen Erkrankungen geschaffen worden. "Wir haben derzeit mehrere erste mögliche Wirkstoffe neuer Substanzklassen als Projekte", sagte Pairet. Die Ideen dazu aus der Grundlagenforschung wären aus dem IMP gekommen.

Philipp von Lattorff, Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna mit Grundlagenforschung, früher Wirkstoffentwicklung, Biotech-Produktion und dem Pharma-Headquarter für 33 Märkte in Europa, betonte die Vorzüge von Wien: "Österreich ist ein exzellenter Standort.

Das gilt auch für die Investitionsforschungsförderung, die Forschungsprämie von nunmehr zwölf Prozent, die laut dem Arbeitsprogramm der Regierung auf 14 Prozent (von forschungsbegünstigten Aufwendungen; Anm.) erhöht werden soll. Das sind Anreize, die sehr wichtig sind. Die Stadt Wien unterstützt uns wesentlich. Ohne ihre Hilfe hätten wir ein Bauprojekt wie das neue IMP nicht so schnell realisieren können." Die Rahmenbedingungen sollten auch in Zukunft weiterentwickelt werden. "Wir stehen sowohl in einem externen als auch in einem internen Wettbewerb."

(APA)

Aufgerufen am 24.11.2017 um 10:59 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/wien-hat-ein-neues-zentrum-fuer-spitzenforschung-37819

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