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Zahl der Engländer mit problematischem Alkoholkonsum gestiegen

Fast jeder fünfte Erwachsene auf der Insel trinkt zu viel.

Im Griff zum Alkohol glauben viele Menschen ihren Sorgen zu entkommen. SN/karel miragaya/stock.adobe.com
Im Griff zum Alkohol glauben viele Menschen ihren Sorgen zu entkommen.

In England ist die Zahl der Menschen mit einem problematischen Alkoholkonsum in der Coronapandemie gestiegen. 18 Prozent der Erwachsenen nahmen laut einer YouGov-Umfrage in den drei Monaten bis Oktober 2021 Alkohol in gesundheitsschädlichen Mengen zu sich, wie das zur britischen Regierung gehörende Büro für Gesundheitsverbesserung und Ungleichheit am Montag mitteilte.

Damit weisen inzwischen rund ein Viertel der erwachsenen Männer und zehn Prozent der Frauen in England einen problematischen Alkoholkonsum auf. Vor Pandemie-Beginn tranken laut der Umfrage mit rund 1700 Teilnehmern nur rund zwölf Prozent der Erwachsenen Alkohol in Mengen, die mit einem zunehmenden oder höheren Risiko einhergingen.

Die Suchtexpertin Julia Sinclair vom Royal College of Psychiatrists führte die Entwicklung zum Teil auf den Corona-Lockdown zurück. Durch die eingeschränkten Möglichkeiten sei das Trinken zuhause zur "Gewohnheit" geworden, sagte sie. Dort könne das Trinken jedoch viele Stunden länger dauern als in einem Beisl.

"Einige Leute, die nie getrunken haben, außer wenn sie ausgingen oder in das Gasthaus gingen, trinken jetzt zu Hause", sagte Sinclair. Dass die Menschen zu ihrem Trinkverhalten vor der Pandemie zurückkehren, hält sie für unwahrscheinlich.

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