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Zahl der Tierversuche in Österreich gestiegen

Wie aus der vom Wissenschaftsministerium nun veröffentlichten Tierversuchsstatistik 2011 hervorgeht, wurden im Vorjahr 191.288 Versuchstiere verwendet. Das sind um 2,2 Prozent mehr als im Jahr davor.

Zahl der Tierversuche in Österreich gestiegen SN/apa (archiv/dpa)
Die meisten Versuchstiere sind Mäuse.

Das Gros der verwendeten Tiere waren Mäuse (153.153), gefolgt von Kaninchen (15.633), Ratten (9.026), Meerschweinchen (3.797), Fischen (3.267), Vögeln (1.940), Rindern (1.582) und Schweinen (1.553). Aufgeschlüsselt nach Versuchszwecken kamen die meisten Tiere für "Biologische Untersuchungen im Bereich der Grundlagenforschung" (68.435) sowie "Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten und Geräten der Human- und Zahnmedizin" (63.019), gefolgt von "Forschung und Entwicklung für Produkte und Geräte der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin" (49.719) und "Toxikologische und sonstige Unbedenklichkeitsprüfungen" (4.504) zum Einsatz.

Für die Präsidentin des "Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner" (IBT), Gerda Matias, ist die steigende Zahl an Tierversuchen "ein beschämendes Faktum und ein massiver Rückschlag für den Tierschutz". Sie kritisierte in diesem Zusammenhang am Montag in einer Aussendung den in der Vorwoche vom Wissenschaftsministerium ausgesendeten Entwurf für eine Novelle zum Tierversuchsgesetz. Dieser enthalte keine einzige konkrete Maßnahme zur Reduktion von Tierversuchen.

Der "Verein gegen Tierfabriken" (VGT) bezeichnete den Entwurf als "schlechtest mögliche Version für die Umsetzung der EU-Richtlinie" und "Katastrophe". In allen Bereichen, in denen die Richtlinie den Mitgliedsstaaten einen Spielraum gibt, strenger oder weniger streng zu sein, habe das Ministerium "die am wenigsten strenge Variante gewählt", so VGT-Obmann Martin Balluch.

Quelle: APA

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