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Zwei molekulare Arme falten Erbgut in menschlichen Zellen

Zwei durch ein Gelenk verbundene molekulare Arme falten das menschliche Erbgut in Schlaufen zusammen, so wie ein Kletterer sein Seil aufnimmt, berichtet Jan-Michael Peters vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien mit Kollegen. Auf diese Art kann der "Cohesin-Komplex" DNA-Fäden von zwei Metern Länge so kompakt zusammenwickeln, dass sie in eine mikroskopisch kleine Menschenzelle passen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Cell" veröffentlicht.

Zunächst wird der DNA-Faden mithilfe eines Eiweißstoffs namens "NIBPL" nahe dem Gelenk festgehalten, erklären die Forscher in einer Aussendung: "Cohesin bewegt dann seine Arme, und das Gelenk schwingt, um die DNA einem der beiden Arme quasi in die Hand zu legen". Dort wird sie festgehalten. Das Gelenk bewegt sich dann wieder in seine ursprüngliche Position, damit ein weiteres Stück des DNA-Fadens aufgenommen werden kann. "Dieser Zyklus wiederholt sich, und faltet die DNA in Schlaufen", schrieben sie.

"Man kann sich das Ganze wie beim Zusammenpacken eines Kletterseils vorstellen", so IMP-Forscher Benedikt Bauer: "Ein Arm streckt sich, um eine weiter entfernte Stelle des Seils zu ergreifen, und bringt es zum zweiten Arm, der das gefaltete Seil mit festem Griff umfasst."

Aufgerufen am 15.10.2021 um 11:47 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/zwei-molekulare-arme-falten-erbgut-in-menschlichen-zellen-110546452

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