"Ins Feuer werf' ich dieses Buch": Als in Salzburg und Thalgau Hunderte Bücher brannten

Der dunklen Geschichte Salzburgs auf der Spur: Im Jahr 1938 wurden auf dem Residenzplatz in der Landeshauptstadt und auf dem Schörghubbühel in Thalgau insgesamt mehr als 2000 Bücher vernichtet.

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Schattenorte Simona Pinwinkler
Eine Aufnahme von der Thalgauer Hitlerjugend.  SN/iglhauser
Eine Aufnahme von der Thalgauer Hitlerjugend.

"Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen", schrieb Heinrich Heine bereits 1821. Nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland im Jahr 1938 fanden die beiden groß angelegten öffentlichen Bücherverbrennungen des heutigen Österreichs im Bundesland Salzburg statt: Am 30. April auf dem Residenzplatz in der Landeshauptstadt und zur Wintersonnenwende am 21. Dezember auf dem Schörghubbühel in Thalgau im Flachgau. Germanist Karl Müller und Lokalchronist Bernhard Iglhauser sprechen über die Fanale während des NS-Regimes und wieso es wichtig ist, noch heute immer wieder daran zu erinnern.

Schattenorte: Der Podcast über die dunkle Geschichte Salzburgs

Im Podcast"Schattenorte" beleuchten die SN-Redakteurinnen Anna Boschner und Simona Pinwinkler die dunkle Geschichte in Stadt und Land Salzburg.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu dieser Episode? Oder kennen Sie Schattenorte in Ihrer Heimat, die es zu beleuchten gilt? Dann schreiben Sie uns per Mail an podcast@sn.at.

Literatur zu dieser Episode:
Karl Müller, "Fort mit dem volksfremden ,Geistesgut"!" Zu einigen Aspekten von Kulturvernichtung - Versuch einer Einführung. In: Heimo Halbrainer, Gerald Lamprecht, Michaela Wolf (Hrsg.): "Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen." Bücherverbrennungen in der Vergangenheit, Gegenwart und in der Erinnerung, Graz 2020, S. 45-64.

Bernhard Iglhauser: "Hut ab vor diesen Bekennern" - Thalgau 1914-1945. Selbstverlag, Thalgau 2008.

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