Als die Grünen laufen lernten

Die größte Leistung der Grünen besteht wohl darin, dass sie die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit auf die Agenda gesetzt haben.

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Politik | Innen- & Außenpolitk Andreas Koller

1986: Dieses Jahr markiert nicht nur den Beginn des Aufstiegs der FPÖ. Dieses Jahr markiert auch den Aufstieg der Grünen, die damals erstmals in den Nationalrat einzogen und seither (mit zwei Ausnahmen) von Wahl zu Wahl stärker wurden. Sie feiern also in diesen Wochen ihren 30. Geburtstag als Parlamentspartei.

Und wie es 30-Jährigen geziemt, sind sie erwachsen geworden, stehen sie auf eigenen Füßen, scheuen sie sich nicht, Verantwortung zu übernehmen. Derzeit in etlichen Landesregierungen und als konstruktive Oppositionspartei im Parlament. Demnächst vielleicht sogar als Regierungspartei auf Bundesebene. Gewiss, die Grünen lösen dort, wo sie mitregieren, jede Menge Kontroversen aus, siehe Salzburg oder Wien. Doch sie machen exakt das, was man sich auch von der Bundesregierung erwarten würde: Politik. Die man befürworten kann oder ablehnen, die aber in jedem Fall Substanz hat.

Die größte Leistung der Grünen besteht wohl darin, dass sie die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit auf die Agenda gesetzt haben. Und zwar so energisch, dass diese Themen mittlerweile zum Kernbereich aller anderen Parteien zählen. Dass die Grünen dennoch nicht überflüssig geworden sind, dass sie sich längst in Richtung Menschenrechte, Transparenz, Vergangenheitspolitik verbreitert haben und hier die übrigen Parteien vor sich hertreiben, spricht für ihr strategisches Geschick. Und dass einer der Ihren möglicherweise demnächst Bundespräsident wird, beweist: Die Grünen sind in unserer Mitte angelangt.

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