Clinton setzt das FBI unter Druck

Die neu aufgeflammte E-Mail-Affäre lässt Hillary Clinton, erstmals überhaupt, zu dem heiklen Thema Stellung beziehen. Sehen Sie die Reaktionen der beiden Präsidentschaftskandidaten - die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Autorenbild
Politik | Innen- & Außenpolitk Anja Kröll
Clinton setzt das FBI unter Druck SN/APA/AFP/JEWEL SAMAD
Clinton machte eine klare Ansage in Richtung des FBI.

Man sollte den Tag niemals vor dem Abend loben: Dieses Sprichwort gilt seit gestern mehr als je zuvor für den US-Wahlkampf. All jene, die Hillary Clinton schon als künftige Präsidentin der Vereinigten Staaten gesehen hatten, gaben sich wortkarg. Denn was das FBI gestern bekannt gab, fand bei Politberichterstattern nur ein Wort: "bombshell" - ein Bombeneinschlag.

Was war passiert? Die E-Mail-Affäre hat die Demokratin Hillary Clinton erneut eingeholt. Die Bundespolizei FBI gab am Freitagabend (Ortszeit) bekannt, sich nochmals mit Regelverstößen der Ex-Außenministerin zu befassen, nachdem neue Mails aufgetaucht waren. Clintons Rivale, Donald Trump, zeigte sich euphorisch und lobte das FBI für seinen "Mut", die Untersuchungen wieder aufzunehmen. Seine Anhänger jubelten und forderten in lautstarken Sprechchören Clinton hinter Gitter zu bringen.

"

Hillary Clinton reagierte noch am Abend (Ortszeit) - erstmals überhaupt - auf die sogenannte E-Mail-Affäre in einem kurzen Statement. Sie habe vorab nichts über die Pläne des FBIs über eine weitere Veröffentlichung gewusst, sagte die 69-Jährige vor Journalisten. Sie forderte das FBI nachhaltig dazu auf, alle Details zu den neu aufgetauchten E-Mails zu veröffentlichen. Und das so rasch wie möglich. Clinton wörtlich: "Her damit!"

Denn in zehn Tagen wählt Amerika. Die große Unbekannte: Könnte diese neue Entwicklung Clinton noch in Nöte bringen? Obwohl niemand bisher weiß, was eigentlich in den E-Mails steht?

Experten sind sich einig, dass dies bis zum 8. November auch so bleiben wird. Denn die Untersuchungen des FBI könnten Monate dauern.

Fest steht so bisher nur eines mit Sicherheit: das Timing für Hillary Clinton könnte nicht schlimmer sein.

"


Der Countdown läuft: noch zehn Tage bis zur Wahl.

Aufgerufen am 15.11.2018 um 03:05 auf https://www.sn.at/politik/clinton-setzt-das-fbi-unter-druck-932623

Schlagzeilen