100 Jahre Republik

100 Jahre Republik

Ein Land macht Erfolgsgeschichte. Die Republik Österreich wird heuer 100 Jahre alt. Die SN führen ihre Leserinnen und Leser durch dieses Jahrhundert - jeden Donnerstag und Samstag, ein ganzes Jahr lang.

Nur wer über die Vergangenheit Bescheid weiß, kann die Zukunft gewinnen. Diesem Grundsatz haben sich die "Salzburger Nachrichten" im Jubiläumsjahr 2018 verschrieben. Wir blicken auf 100 Jahre Republik zurück - ein Jahrhundert, das eine Reihe weiterer geschichtlicher Wendepunkte aufweist. Das Ende der Demokratie 1933/34. Den "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland 1938. Kriegsende und Staatsvertrag. Die Waldheim-Jahre und den EU-Beitritt. Und natürlich jede Menge wirtschaftlicher und chronikaler, sportlicher und kultureller Ereignisse.

Das österreichische Jahrhundert weist keineswegs nur Höhepunkte auf. Doch nimmt man die Referenzjahre 1918 und 2018 als Vergleichswert, ist dieses Land reicher, friedlicher und sozial ausgeglichener geworden, als es sich die Menschen vor 100 Jahren träumen ließen. Beginnend mit 4. Jänner beleuchten die SN jeweils am Donnerstag und am Samstag jeder Woche ein Jahr des abgelaufenen Jahrhunderts.

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"Trnka war völlig ruhig", schreiben die SN in ihrer Ausgabe vom 25. März 1950 - und beziehen sich dabei auf die letzten Augenblicke im Leben des Johann Trnka.

Mehr als eine halbe Million Österreicherinnen und Österreicher waren Mitglied der NSDAP. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs stellte sich für die Alliierten und die provisorische Bundesregierung die Frage, was mit diesen Personen passieren sollte.

Am 5. Juni 1947 hielt US-Außenminister George C. Marshall an der Harvard University eine Rede, die in die Geschichte eingehen und deren Inhalte die Außen- und Wirtschaftspolitik Europas und der USA auf Jahrzehnte entscheidend prägen sollte.

Was mit dem "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland begonnen hat, fand nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Auseinandersetzung um "die Ehemaligen" eine teils unrühmliche Fortsetzung.

Die gnadenlose Direktheit, mit der Ernst Lothar die Wiener im Jahr 1946 porträtiert, gelingt in seiner Außensicht des US-Amerikaners, der sich Österreich angehörig fühlt.

Spätestens seit der Katastrophe von Stalingrad 1943 war das Ende des sogenannten "Tausendjährigen Reiches" unausweichlich.

"Von fernher hören wir plötzlich Kanonendonner und bis in unsere Abgeschiedenheit dringt das Gerücht durch, die Amerikaner seien im Anmarsch."

Auf Sommerfrische fahren mitten im Krieg? Burgi Lindmayr nickt. Genauso sei es gewesen, im Sommer 1944.

Salzburg blieb 1943 vom Luftkrieg verschont. Doch ein Jahr später, im Oktober 1944, flogen auch hier die Bomben vom Himmel.

Der 13. August 1943 ist der Tag, an dem der Krieg nach Österreich kommt. Und er kommt von oben.

Spätestens 1942 musste auch Hitler-Enthusiasten klar werden, dass der von ihrem Idol entfesselte Krieg kein Spaziergang war.

Der Krieg geht in sein viertes Jahr. Die Frau geht in ihr viertes Jahr als Gestapo- und KZ-Gefangene. "Lieber Heinz", schreibt sie in einem Brief 30 Jahre später. "Glaubst Du, dass man vergessen kann, dass man dabei stand, wie ein Mensch vor Deinen Augen zertreten wurde, ja zertreten?"

An einem Donnerstagmorgen läutet es an der Tür, wo heute die Pforte von Stift St. Peter ist. Die forsche Schwester Manfreda steigt die steile Treppe von der Prälatur herunter und öffnet. Da fragen SS-Männer nach dem Erzbischof ...

Rosa Brodinger ist eine Einzelkämpferin. In ihrer Familie ist sie die Einzige, die genauer wissen will, was ihr Vater in Mauthausen gemacht hat. "Ich glaube, ich bin ein Täterkind", sagt sie.

Den Humor hat Marko Feingold auch nicht verloren, als er im Mai 1939 in Prag von der Gestapo verhaftet wurde.

War 1938 das Jahr der Übernahme der Macht, dann war 1939 das Jahr der Festigung der Herrschaft.

Wie kann man sich 80 Jahre später dem Jahr 1938 annähern, dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 12. März, den jubelnden Menschenmassen, dem "Anschluss"?

General Alfred Jansa braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, was kommt. Als österreichischer Militärattaché in Berlin hat er ab 1933 die aggressive Aufrüstungspolitik der Nationalsozialisten miterlebt. Seither weiß er: Hitler, das bedeutet Krieg.

Nach seinem Sprung bekam Sepp Bradl endlich eine Arbeit. Davon erzählte der Skispringer aus Mühlbach am Hochkönig noch Jahrzehnte nach dem Rekordsprung.

"Die deutschsprachige Literatur verlor einen ihrer besten Köpfe und einen Kämpfer gegen Korruption und Lüge in Kunst, Presse und Politik."

Der Aufwand war für die damalige Zeit enorm. 3000 Arbeiter hatten fünf Jahre an der Tauernquerung gearbeitet:

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Eine harte Bewährungsprobe für Österreichs Politik:

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Rudi Gelbard hat schon viel erlebt. Er hat auch viele überlebt. Jene 15.000 Kinder etwa, mit denen er im KZ Theresienstadt war.

Zu Beginn des Jahres 1929 froren die Österreicher. Dass man auch wirtschaftlich auf eine Eiszeit zusteuern würde, war zu Beginn des Jahres noch nicht abzusehen.

Für den heimischen Ski-Rennsport war 1928 ein geschichtsträchtiges Jahr.

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Hätte die Eskalation der Gewalt nach dem Schattendorf-Urteil vermieden werden können?

Am Morgen des 15. Juli 1927 rechnet in Wien niemand mit einem großen Aufstand. Keiner ahnt, was sich in den nächsten Stunden in der Innenstadt abspielen wird.

Die "Lyrische Suite" aus 1926 enthält ein verschlüsseltes Geständnis.

"Ich bin eine typisch altösterreichische Mischung, ungarisch, kroatisch, tschechisch, deutsch, nur mit semitisch kann ich nicht dienen", bekennt der Schriftsteller Ödön von Horvath.

Wien war hingerissen von "sechzehn vollendeten Mädchenleibern":

1925 - Tanz am Abgrund

1925 - Tanz am Abgrund

Zwischen Monarchie und Diktatur erlebt die Wiener Kabarett-, Revue- und Varietészene eine Hochblüte ohne jedes …

Dass der "Unfug der vielen Nullen" aufhöre, sei am wichtigsten, schrieb das "Wiener Montagblatt" im November 1923.

Wieviel Profifußball verträgt Österreich? Diese Frage beschäftigte die Fußballszene schon vor knapp 100 Jahren.

Wie unruhig die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Österreich war, lässt sich allein an der Zahl der Regierungschefs ablesen:

Spätestens 1922, so schien es, war es am Ende. Jenes Österreich, welches die alliierten Siegermächte als "den Rest" des habsburgischen Großreiches betrachteten.

Fast 100 Prozent stimmten in Salzburg für den "Anschluss":

Was dem Österreich von heute seine Form gab:

Marko Feingold ist einer der prominentesten unter jenen Österreichern, die zum Zeitpunkt der Ausrufung der Republik bereits auf der Welt waren:

Ob Georges Clemenceau, der französische Ministerpräsident, den Satz jemals gesagt hat, ist unbekannt. Gepasst hätte er jedenfalls: "Der Rest ist Österreich."

Ein hundertjähriger Zeitzeuge erzählt: "Ich war ein wilder Hund. Ich hatte nie Liebeskummer."

SN-Redakteur Alexander Purger darüber, warum es Sinn macht, sich mit der Geschichte zu beschäftigen:

SN-Redakteur Thomas Hödlmoser über das Jahr 1918, in dem das alte Österreich unterging:

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