SN-Serie: 100 Jahre Republik

1922 - Als Österreich Griechenland war

So ändern sich die Zeiten: Nach der letzten Finanzkrise gehörte unsere wohlhabende Republik zu den Geberländern, die Rettungsschirme über schwächelnde Volkswirtschaften ausspannte. Vor 96 Jahren war es genau umgekehrt.

500.000-Kronen-Schein von 1920. Zwei Jahre später war auch er nichts mehr wert. SN/apa/www.picturedesk.com/imagno
500.000-Kronen-Schein von 1920. Zwei Jahre später war auch er nichts mehr wert.

Spätestens 1922, so schien es, war es am Ende. Jenes Österreich, welches die alliierten Siegermächte als "den Rest" des habsburgischen Großreiches betrachteten. Der "Große Krieg" hatte die Donaumonarchie auseinandergerissen und zerrüttet und hochverschuldet zurückgelassen. Die Österreicher selbst glaubten in Mehrheit nicht daran, dass ihre junge Demokratie, ihre Nation überhaupt, lebensfähig sei, Jörg Haiders späterer Rüpel-Spruch von der "ideologischen Missgeburt" - ihm hätten im Jahr 1922 wohl die meisten Landsleute taxfrei zugestimmt.

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