Innenpolitik

1962 - Südtirol ringt um seine Freiheit

In den 1960er-Jahren eskaliert der Streit um Südtirol: Aktivisten verüben zahlreiche Sprengstoffanschläge. Unter den "Bumsern" war damals auch Herlinde Molling. Wie sie heute über den Freiheitskampf denkt.

Auch hier hatten die Freiheitskämpfer zugeschlagen: Arbeiter bei einem gesprengtem Hochspannungsmast in der Nähe von Bozen.  SN/friedrich/interfoto/picturedesk.com
Auch hier hatten die Freiheitskämpfer zugeschlagen: Arbeiter bei einem gesprengtem Hochspannungsmast in der Nähe von Bozen.

Herlinde Molling hatte nicht nur den Sprengstoff im Auto, sondern auch ihre dreijährige Tochter Dominika. Molling sollte den Sprengstoff zu Mitstreitern in den Vinschgau liefern. Doch bei einer Brücke wurde sie von Carabinieri gestoppt. Und die entdeckten prompt, dass Mollings Papiere gefälscht waren. "Das war eine prekäre Situation, weil ich ja den Sprengstoff im Auto hatte. Ich habe dann halt mit ihnen geschäkert - und gebetet, dass es vorübergehen möge." Der nächsten Polizeikontrolle wich sie aus, jetzt ging es nur noch darum, den Sprengstoff endlich loszuwerden. Das Sprengmaterial irgend- wo deponieren, mit dem Risiko, dass es ein Bauer oder ein Kind in die Hand nimmt, das wollte sie nicht. "Oberste Pflicht war für uns, dass kein Mensch zu Schaden kommt." So fuhr sie in der Nacht nach Neumarkt südlich von Bozen und sprengte selbst zwei Strommasten in die Luft.

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