Innenpolitik

33.500 Schüler haben muttersprachlichen Unterricht

Rund 33.500 Schüler besuchten im Schuljahr 2016/17 (aktuellste verfügbare Zahlen, Anm.) muttersprachlichen Unterricht. Das sind ca. 15 Prozent aller Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch, zeigt eine Statistik des Bildungsministeriums. Gegenüber dem Jahr davor ist deren Zahl damit um rund 600 Schüler gestiegen, die Zahl der muttersprachlichen Lehrer wuchs von rund 400 auf 425.

Die meisten Schüler mit muttersprachlichem Unterricht in Österreich finden sich in Wien (18.300). Es folgen Oberösterreich (3.800), Steiermark (2.900), Niederösterreich (2.300), Vorarlberg (2.200), Salzburg (1.600), Tirol (1.500), Kärnten (600) und das Burgenland (300). Dementsprechend werden auch die meisten Unterrichtsstunden in Wien abgehalten (4.600 Wochenstunden von insgesamt 7.200 österreichweit).

Am Freitag (21. Februar) erinnert die UNESCO mit dem "Tag der Muttersprache" an die Bedeutung von Sprachpflege. In Österreich wird Schülern mit Migrationshintergrund seit den 1970ern muttersprachlicher Unterricht angeboten. An den Volksschulen gibt es ihn als unverbindliche Übung, an den Neuen Mittelschulen, Sonderschulen, AHS-Unterstufen und Polytechnischen Schulen entweder als Freigegenstand (mit Benotung) oder als unverbindliche Übung (ohne Benotung).

War es anfangs noch das Ziel, dass die Kinder und Jugendlichen dank ihrer Kenntnisse von Muttersprache und Kultur nach einer späteren Rückkehr in die Heimat dort ohne Schwierigkeiten ihre Schulausbildung fortsetzen können, soll der muttersprachliche Unterricht heute die "Bikulturalität" und Zweisprachigkeit der Kinder und Jugendlichen und damit deren Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung fördern. Mittlerweile kann unter bestimmten Voraussetzungen auch im Fach Muttersprache maturiert werden - allerdings nur mündlich. Auch die vorwissenschaftliche Arbeit an den AHS darf im Einvernehmen mit dem Betreuungslehrer in der Muttersprache verfasst werden.

Insgesamt wurden 26 Sprachen im Rahmen des muttersprachlichen Unterrichts angeboten. Die meisten Wochenstunden werden für den Unterricht auf Türkisch verwendet (3.100), gefolgt von Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (2.500) und Arabisch (500). Damit ist Arabisch erstmals drittstärkste Sprache im muttersprachlichen Unterricht und verdrängte damit Albanisch auf Platz vier.

Als einzige Unterrichtssprache wurde Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (BKS) im gesamten Bundesgebiet unterrichtet, Türkisch gab es in allen Ländern außer Kärnten, Arabisch in allen außer dem Burgenland. Neben Türkisch, BKS, Arabisch und Albanisch gibt es außerdem muttersprachlichen Unterricht in Bulgarisch, Chinesisch, Dari (Neupersisch), Französisch, Griechisch, Italienisch, Kurdisch/Kurmanci, Nepali, Pashto (v.a. in Afghanistan und Pakistan gesprochen), Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Romanes, Rumänisch, Russisch, Slowakisch, Slowenisch, Somali, Spanisch, Tschechisch, Tschetschenisch und Ungarisch.

Quelle: APA

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