Innenpolitik

600.000 Euro für neues Wien-Design laut Kurz "absurd"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) übt massive Kritik an den Kosten des neuen Markenauftritts der Stadt Wien. Knapp 600.000 Euro für das neue Design sei eine "absurde Größenordnung", so der Kanzler am Donnerstag. "Die Bundesregierung hat für die Vereinheitlichung aller Bundeslogos 70.000 Euro ausgegeben", so Kurz. Wien Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) sprach von "polemischen Wortmeldungen".

Kurz spricht von "absurder Größenordnung" SN/APA (Archiv)/HANS PUNZ
Kurz spricht von "absurder Größenordnung"

Damals sei die "Aufregung" bei der Sozialdemokratie groß gewesen, sagte Kurz zur Diskussion rund um die Bundeslogos. Der Vorwurf habe gelautet, dass die Regierung "Unsummen an Steuergeld" verbrauche. Die 70.000 Euro seien aber nur ein Bruchteil jener Summe, die jetzt die Stadt Wien ausgegeben habe, betonte der Kanzler. In Wien gebe es viele Möglichkeiten, das Geld besser zu investieren.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und seine designierte Vize Birgit Hebein (Grüne) hatten den einheitlichen Markenauftritt am Mittwoch präsentiert. Die Kosten für die Erarbeitung wurden mit 595.000 Euro angegeben. Darunter fallen etwa der Online-Auftritt ebenso wie Fahrzeug-Brandings, Info-Folder, der offizielle Schriftverkehr, Werbeeinschaltungen oder die T-Shirts der Bademeister in städtischen Bädern. Laut Angaben der Stadt ist dem eine EU-weite Ausschreibung im Herbst 2017 vorangegangen. Dem Projekt und den maximalen Projektkosten hätten damals SPÖ, Grüne und ÖVP zugestimmt.

Die Stadt will die Kritik von Kurz jedenfalls nicht auf sich sitzen lassen. Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) sprach von "polemischen Wortmeldungen" und erinnerte den Regierungschef daran, dass auch die ÖVP im Gemeinderat dem Kostenrahmen damals zugestimmt habe.

"Nach 20 Jahren mit demselben Design war es an der Zeit für eine umfassende Neuausrichtung der Wiener Öffentlichkeitsarbeit. Die Entwicklung eines simplen Logos ist damit nicht zu vergleichen, das sollte auch der Bundeskanzler wissen", adressierte Hanke an Kurz. Das Projekt spare durch die Vereinheitlichung der bisher höchst unterschiedlichen Auftritte der Rathausabteilungen mittel- und langfristig sogar Kosten ein, versicherte der Ressortchef.

Außerdem sei es ein ÖVP-Ministerum gewesen, "das erst vor einigen Jahren um 600.000 Euro einen 'Nation Branding'-Prozess bezahlt hatte, der dann aber nie umgesetzt wurde".

Quelle: APA

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