Innenpolitik

800 Jahre Diözese Graz-Seckau mit "buntem" Programm

Das 800 Jahre-Jubiläum der Diözese Graz-Seckau soll bunt werden. Das haben Bischof Wilhelm Krautwaschl sowie das Organisationsteam am Montag bei der Programmpräsentation in Graz angekündigt. Mit einem Mix aus Feierkultur, Ausstellungen und Mitmachprojekten wie etwa dem Liturgie-Mosaik "Allezeit" will die Kirche die eigene Vergangenheit ohne Verstaubtheit beleuchten und in die Zukunft schauen.

Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl SN/APA/ERWIN SCHERIAU
Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl

Krautwaschl betonte, dass Kirche in die Gesellschaft hineinwirke. Das Programm mache das deutlich. Daher soll zum einen die Feierkultur nicht nur ein bloßes Zusammenkommen und Hochjubeln sein, sondern in eine "hoffnungsvolle Zukunft" leiten. Zum anderen sollen die Menschen selber aktiv werden. So wurden beim Projekt "Allezeit" neue Texte für gemeinsames Feiern gefunden, die künftig Eingang in die Liturgie finden sollen und damit das Jubiläum getreu dem Motto "Zukunft säen" auch in die Zukunft tragen.

Generalsekretär Thomas Bäckenberger verwies auf die Höhepunkte: Das Jubiläumsfest am 23. und 24. Juni in Graz wollen die Organisatoren "gemeinsam bunt katholisch" gestalten, wobei katholisch auch über die Grenzen hinaus funktionieren soll. Sowohl am Grazer Hauptplatz als auch auf sieben anderen Plätzen werden acht zentrale Themen auf acht Bühnen umrissen. Auf der "Kirchenmeile" in der Herrengasse werden 20 Stationen mit "buntem" Programm geboten. Von den zeitgleich stattfindenden ebenfalls traditionell bunten Feierlichkeiten der schwul-lesbischen Community anlässlich des Christopher Street Day im Grazer Volksgartenpark wolle man sich nicht abgrenzen, sondern möglicherweise sogar gemeinsame Aktivitäten planen, meinte Bäckenberger.

Im Zentrum bleibe ein "Kirchenfest", unterstrich Kurator Johannes Rauchenberger. Er präsentierte die fünf Ausstellungen im Rahmen des Jubiläums: "Glaube Liebe Hoffnung" im Grazer Kunsthaus, "Last und Inspiration" im Priesterseminar und Diözesanmuseum, "Umbruch Geist und Erneuerung" in der Abtei Seckau, "Grenze Öffnung und Heimat" im Schloss Seggau und "Schönheit und Anspruch" im Stift Admont.

Katrin Bucher Trantow, Chefkuratorin des Kunsthaus, berichtete von der Arbeit mit der Diözese. In "Glaube Liebe Hoffnung" wolle man unter anderem die Bedeutung von Macht, was die Kunst mit Kirche zu tun hat und welche Bedeutung das Kreuz in unserer Gesellschaft hat, genauer beleuchten. Die Eröffnung der Ausstellung wird am 12. April sein.

Bischofsvikar Heinrich Schnuderl, "Schutzherr" des Diözesan-Jubiläums, stellte die Feierlichkeiten in ein differenziertes Licht: "Wir sind in einer Wendezeit für die Kirche." Mit dem Jubiläum soll auch wieder die Freude am Glauben vermittelt werden und durch das Stellen der "richtigen Fragen" will die Kirche "etwas auf den Weg bringen" - die Menschen nachdenklich machen.

Der Abschluss der Feierlichkeiten wird am 1. September, am Tag der Schöpfung, am Himmelkogel in den Triebener Tauern stattfinden. Krautwaschl wird das "Jubiläumskreuz" aufstellen, kündigten die Organisatoren an, was den Bischof scherzen ließ: "Ich habe ungeahnte Kräfte." Außerdem wird Haydns Oratorium Open-Air aufgeführt.

Quelle: APA

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