Innenpolitik

Akademikerball: Blaue tanzten, Gegner froren

Das Who-is-who des rechten Polit-Spektrums hat sich wieder in der Hofburg zum Tanz getroffen. Der Akademikerball Freitagabend war gespickt mit freiheitlicher Prominenz, Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hielt die Eröffnungsrede. Die Gegendemonstration in der Wiener Innenstadt fiel diesmal überschaubarer aus als in den Vorjahren. Rund 1.600 Personen protestierten bei Minusgraden.

Die Demo ging friedlich über die Bühne SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Die Demo ging friedlich über die Bühne

Den Ball selbst besuchten laut Veranstalter rund 3.000 Gäste, die Eröffnungsrede hielt unter anderem Strache, der die "linksradikalen Demonstranten" kritisierte. Außerdem sprach er die Diskussion um die Äußerungen von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) zur Menschenrechtskonvention an: Es sei Pflicht, Gesetze, die es verunmöglichen, Asylwerber außer Landes zu bringen, zu ändern.

Nicht nur FPÖ-Vertreter, wie etwa Sozialministerin Beate Hartinger-Klein, besuchten den Ball. Unter den Gästen war wieder der Chef der Identitären Bewegung Österreichs, Martin Sellner. Auch Vertreter der rechten deutschen Partei AfD waren in der Hofburg, darunter Nikolaus Kramer, Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und der AfD-Bundestags-Abgeordnete Enrico Komnig.

Als Stargast hatte die FPÖ einen echten Gabalier verpflichtet: Willi Gabalier, Bruder des selbst ernannten "Volksrock'n'Rollers" Andreas und bekannt durch die ORF-Sendung "Dancing Stars", tanzte die Mitternachtseinlage. Er war laut eigener Aussage zum ersten Mal am Akademikerball zu Gast. Man müsse "in alle Richtungen tolerant" sein, meinte er zur APA. Er selbst sei zwar kein Burschenschafter, aber er habe viele Freunde bei Burschenschaften.

Bei der Demo dominierten Parolen gegen die türkis-blaue Regierung, etwa: "Schießt den Strache auf den Mond, das ist Raumfahrt, die sich lohnt." Die Angaben der Veranstalter unterschieden sich wie zumeist von jenen der Polizei. Sie sprachen in einer Aussendung von rund 4.500 Demonstranten in der Wiener Innenstadt. Auch bei der Schlusskundgebung entlud sich der Unmut vor allem gegen die "grausliche Politik" der ÖVP-FPÖ-Koalition.

Die Demonstration, zu der das Bündnis "Offensive gegen Rechts" geladen hatte, begann am frühen Abend vor der Wiener Universität, die Schlusskundgebung fand am Stephansplatz statt. Rund um die Proteste war eine Sperrzone errichtet worden, die kleiner als in den Jahren zuvor ausfiel. Rund 1.900 Beamte waren im Einsatz, zu Sachbeschädigungen oder Festnahmen kam es nicht, vereinzelt wurden pyrotechnische Gegenstände verwendet. Die Polizei zog eine "erfreuliche Bilanz".

Straßensperren. SN/APA
Straßensperren.
Quelle: APA

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