Innenpolitik

Andre Heller: "Potenzial von Flüchtlingen nützen"

Aus dem Potenzial von Flüchtlingen ergeben sich große Möglichkeiten. Diese Ansicht hat Andre Heller am Montag in den Mittelpunkt der Eröffnung der dritten internationalen Bürgermeisterkonferenz "Now" in Wien gestellt. Bis Dienstag werden Experten, NGOs, Flüchtlinge und die Zivilgesellschaft über die Herausforderungen und Probleme der Fluchtbewegungen sprechen.

Andre Heller sprach bei internationaler Bürgermeisterkonferenz in Wien.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Andre Heller sprach bei internationaler Bürgermeisterkonferenz in Wien.

"Wir senden ein Signal für grenzenlose Zusammenarbeit", erklärte der Künstler. Im Zentrum der Debatte soll die Situation der Kinder und Jugendlichen stehen. Zu Beginn der Veranstaltung interviewte der frühere EU-Parlamentarier Hannes Swoboda (SPÖ) sechs Bürgermeister aus Ländern, die besonders mit der Flüchtlingsproblematik zu tun haben. Bürgermeister aus Jordanien, Italien, Griechenland, Libanon, Türkei und auch Österreich erzählten von ihren Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit und berichten von Flüchtlingsprojekten in ihrem Land.

Ein türkischer Bürgermeister brachte die Lage auf den Punkt: "Die Länder der Region sind hilflos. Solange der Krieg dauert, solange werden Flüchtlinge kommen." Andreas Babler, SPÖ-Bürgermeister von Traiskirchen sah indes "zwei Geschwindigkeiten" in der Gesellschaft, sich mit dem Flüchtlingsproblem auseinanderzusetzen: "Die Zivilgesellschaft, die mit den Flüchtlingen arbeitet und diejenigen, die diese Arbeit blockieren".

Die dritte internationale Bürgermeisterkonferenz "Now" (30.-31.Jänner) möchte unter dem Thema "Children under the Radar" ("Kinder unter dem Radar") Experten, Abgeordnete des EU-Parlaments, Bürgermeister, Migranten und die Zivilgesellschaft zusammenbringen. In einer ÖBB-Werkstättenhalle in Wien tauschen die Teilnehmer ihre Erfahrungen Ideen aus, um Lösungen für eine bessere Zukunft aller Beteiligten zu finden.

Insgesamt sind weltweit etwa 48 Millionen Kinder und Jugendliche auf der Flucht. Etwa die Hälfte aller geflüchteten Kinder kommt aus Syrien und Afghanistan. In Österreich alleine haben bis Ende 2016 4.315 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge um Asyl angesucht. Im Jahr 2016 starben 4.600 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Europa, darunter waren 700 Kinder.

Quelle: APA

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