Innenpolitik

Anschober will Pflegereform Anfang 2021 in Gang setzen

Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) will die Reformen im Pflegebereich in Österreich ab 2021 beginnen. Vorher will er mit seinem Ressort mehr als 3.000 Rückmeldungen auswerten und die sogenannte Dialogtour durch die Bundesländer fortsetzen. Im Anschluss daran sollen von der Task-Force Pflege notwendige Neuerungen erarbeitet werden.

Anschober will nicht über Köpfe hinweg entscheiden SN/APA (FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMA
Anschober will nicht über Köpfe hinweg entscheiden

Ab Anfang 2021 soll mit der Umsetzung begonnen werden - in einer Zielsteuerungskommission, in der Bund, Länder und Gemeinden erstmals gemeinsam den Bedarf erheben, gemeinsam planen und gemeinsam umsetzen, wie Anschober betonte. Gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal" ging Anschober auch auf die jüngst präsentierte Wifo-Studie ein, die Nachholbedarf bei der Koordination zwischen Bund, Ländern und Gemeinden ortet und zu regionalen Pflegeinformationsstellen rät. "Es wird so etwas in diese Richtung geben", meinte der Minister. Wie genau das organisiert wird, sei noch offen. Fix vorgenommen habe er sich die Verankerung sogenannter Community Nurses, denn das gehe genau in diese Richtung.

Die grüne Senioren- und Pflegesprecherin Bedrana Ribo unterstützte das Anliegen. "Ich freue mich sehr über diese Studie, denn diese unterstreicht, was ich bereits seit langem fordere. Es war immer klar, dass Pflege viele Zuständige hat. Daher braucht es eine gute Zusammenarbeit und einen guten Austausch aller Ebenen", erklärte sie.

Widerspruch kam in dieser Frage hingegen von der Volkshilfe. "Das Letzte, was die Pflege und Betreuung in Österreich braucht, ist noch eine übergeordnete Instanz, die Ressourcen von der dort wegverlagert, wo wir sie wirklich brauchen: in der Arbeit mit unseren KlientInnen", so Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger. Alles, was Geld aus der konkreten Pflegebeziehung abziehe, müsse doppelt und dreifach hinterfragt werden.

SPÖ-Gesundheitsssprecher Philip Kucher kritisierte, dass die Betroffenen weiter auf nachhaltige Lösungsvorschläge warten müssten. Seitens der schwarz-grünen Bundesregierung gebe es immer noch keine geeigneten Lösungen, um den drohenden Pflegenotstand zu verhindern, selbst die Finanzierung der Pflege bleibe bisher unklar. "Wenn es nicht genug Pflegekräfte gibt, nützen auch die angekündigten 'community nurses' wenig", meinte er.

Quelle: APA

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