Innenpolitik

Asyl: 3.030 Menschen verließen 2018 freiwillig Österreich

3.030 Migranten und Flüchtlinge haben 2018 bis Ende Juli die Möglichkeit der "freiwilligen Rückkehr" aus Österreich in ihr Heimatland genützt. Das teilte das Innenministerium am Freitag der APA mit und bestätigte damit einen Bericht des Ö1-"Morgenjournals". 4.067 Menschen wurden zwangsweise außer Landes gebracht. Die größte Gruppe der freiwilligen Rückkehrer sind Iraker.

Die Zahl der freiwilligen Rückkehrer scheint damit im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 gleich geblieben - zumindest rein rechnerisch. Insgesamt gingen im Gesamtjahr 2017 5.198 Personen freiwillig in ihre Heimatländer zurück, 6.923 zwangsweise.

Das Innenministerium räumt der freiwilligen Rückkehr als Alternative zu zwangsweisen Außerlandesbringungen nach eigenen Angaben "oberste Priorität" ein. "Aus diesem Grund werden gerade im Bereich der freiwilligen Ausreise zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um umfassend über die konkreten Möglichkeiten zu informieren und die freiwillige Rückkehr intensiv zu fördern", teilte ein Sprecher der APA mit. Er verwies etwa auf finanzielle Unterstützung.

Nur bei der freiwilligen Rückkehr von Syrern gibt es einen Anstieg, allerdings von sehr niedrigem Niveau. 58 syrische Staatsbürger kehrten freiwillig in das Bürgerkriegsland zurück. 2017 waren es insgesamt 72 Personen. Zum Vergleich: 2.105 Syrer haben heuer einen Asylantrag gestellt.

Manche Familien kehrten in syrische Gebiete zurück, in denen keine Kampfhandlungen mehr stattfinden, weil sie so auf den Besitz, den sie zurücklassen mussten, schauen könnten, erklärte Günter Ecker vom Verein Menschenrechte Österreich gegenüber dem ORF-Radio. Diese Syrer hätten in Österreich bleiben können, weil sie Asyl oder einen Schutzstatus haben, erklärte Michael Hajek von der Caritas Rückkehrberatung. Ihm zufolge motivierten häufig familiäre Gründe und Perspektivenlosigkeit eine Rückkehr.

376 Menschen sind laut Angaben des Innenministeriums in den Irak zurückgegangen. Nach Afghanistan seien 132 Personen zurückgekehrt, vielen von ihnen hätte sonst allerdings Schubhaft und Abschiebung gedroht.

Dass die Regierung die freiwillige Rückkehr als Alternative zu zwangsweisen Außerlandesbringungen nach eigenen Angaben zur "obersten Priorität" macht, wird von der Caritas begrüßt. Die freiwillige Rückkehr solle immer Vorrang gegenüber einer erzwungenen Ausreise haben, erklärte Michael Hajek, von der Caritas-Rückkehrberatung am Freitag im Interview mit "Kathpress". Insofern begrüße die Hilfsorganisation "alle Maßnahmen, die das Angebot für freiwillige Rückkehrer verbessern, insbesondere im Reintegrationsbereich".

Quelle: APA

Aufgerufen am 15.12.2018 um 09:44 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/asyl-3-030-menschen-verliessen-2018-freiwillig-oesterreich-39177283

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