Innenpolitik

Außenminister Kurz: "Die Situation ist außer Kontrolle"

Sebastian Kurz tritt für einen "massiven Systemwechsel" in der EU-Flüchtlingspolitik ein. Denn der Migrantenstrom werde von alleine nicht abreißen.

Kritische Worte zur europäischen Flüchtlingspolitik, aber auch konkrete Lösungsvorschläge hatte Außenminister Sebastian Kurz im Gepäck, als er Mittwochabend beim Industrie- und Zukunftsforum von "Salzburger Nachrichten", Industriellenvereinigung und Oberbank im Hangar 7 in Salzburg auftrat.

"Ja, die Situation ist außer Kontrolle. Ja, wir haben ein massives Problem", sagte er. Der Flüchtlingszustrom - täglich kommen an die 10.000 neue Migranten auf den griechischen Inseln an - "wird von alleine nicht abreißen", auch wenn der Bürgerkrieg in Syrien gestoppt werden könnte. Denn "in Wahrheit" bestehe der Zug der Reisenden nur zu rund 20 Prozent aus Syrern.

Kurz forderte einen "massiven Systemwechsel", der drei Punkt umfassen müsse. Erstens: "Endlich Grenzsicherheit an der Außengrenze". Zweitens: "Wir müssen wesentlich mehr in den betroffenen Regionen tun." Die Versorgung eines Flüchtlings in Österreich koste neunzehn mal so viel wie in der Türkei. Drittens: Asylanträge müssten auch in den Fluchtländern gestellt werden können. Nur so könne sichergestellt werden, dass auch diejenigen eine Chance auf Asyl bekämen, die es dringend brauchen: Alte, Schwache, Kranke. Derzeit bestehe der Flüchtlingsstrom zum Großteil aus jungen Männern. Kritik äußerte Kurz am EU-Bestreben, die Verantwortung für die Außengrenze an die Türkei zu delegieren.

Den kompletten Vortrag finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=oA-tKpdJ0XU

(SN)

Aufgerufen am 24.04.2018 um 10:28 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/aussenminister-kurz-die-situation-ist-ausser-kontrolle-1976899

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