Innenpolitik

Beratungen wegen Engpasses bei 24-Stunden-Betreuung

Wirtschaftskammer, Sozial- und Außenministerium beraten derzeit, wie man mit dem drohenden Engpass in der 24-Stunden-Betreuung aufgrund der Corona-Krise umgehen wird. An die 60.000 Menschen aus den östlichen Nachbarländern sind derzeit in Österreich im Einsatz. Sie könnten aufgrund der Reisebeschränkungen eine Lücke im Pflegesystem hinterlassen.

Reisebeschränkungen betreffen Pflegepersonal aus dem Ausland SN/APA (Archiv)/HELMUT FOHRINGER
Reisebeschränkungen betreffen Pflegepersonal aus dem Ausland

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hatte bereits am Donnerstag davor gewarnt, dass mit den zahlreichen Grenzschließungen und Reisebeschränkungen die 24-Stunden-Betreuung in Österreich schwer getroffen werden könnte. Dürfen sie die Grenzen nicht mehr überschreiten, hätte Österreich "schlagartig" ein riesiges Problem, stellte Hacker fest - und forderte deshalb "sofort Maßnahmen, damit diese Menschen weiter unbehindert die Grenzen passieren können".

Es gelte rasch personellen Ersatz zu finden, sagte Birgit Meinhard-Schiebel von der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger im Ö1-"Mittagsjournal". Die drohenden Ausfälle stellten eine "gewaltige Herausforderung" dar. Meinhard-Schiebel plädierte für eine Ausnahmeregelung, etwa die Grenzen für Betreuer und Betreuerinnen aus dem Osten offen zu lassen. Zudem müssten Ersatzmöglichkeiten geschaffen werden.

Auch die Österreichische Gesellschaft für Krisenvorsorge warnte vor einem anstehenden Problem durch fehlende Pflegekräfte. Durch die Ausfälle wäre das österreichische Gesundheitssystem zusätzlich belastet. Dies müsse durch eine rasche dezentrale Selbstorganisation und Nachbarschaftshilfe zu bewältigen sein, die auf lokaler und regionaler Ebene organisiert werden muss.

Trägerorganisationen wie etwa die Caritas verwiesen auf APA-Anfrage auf derzeit laufende Gespräche der Wirtschaftskammer mit Regierungsvertretern, wie man mit den drohenden Engpässen umgehen soll.

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