Innenpolitik

Bildungsminister: "Eine funktionierende Schule hilft bei der Bewältigung der Krise"

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) skizzierte am Montag, wie es an Schulen, Kindergärten und Unis nun im zweiten Lockdown weitergehen soll. Für die Oberstufe ist der Dienstag ein "Übergangstag".

"Eine funktionierende Schule trägt dazu bei, dass wir diese Krise bewältigen können." So argumentierte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) das Offenhalten der Kindergärten und der Grundschule. So könnten alle Arbeitskräfte, "die wir dringend brauchen, ihren Job mit gutem Gewissen erledigen". Gleichzeitig schloss er nicht aus, dass die Situation in zwei Wochen eine andere sein könne, das müsse beobachtet werden.

Für Kindergärten gibt der Bildungsminister die Regel aus, dass keine externen Personen in die Einrichtungen sollen, die Kinder am Eingang den Betreuern übergeben und die Gruppen so wenig wie möglich durchmischt werden sollen.

Für die 6- bis 14-jährigen Schüler soll der Unterricht unter erhöhten Schutzmaßnahmen stattfinden, es sollen keine Schulveranstaltungen auf dem Programm stehen und Lehrerkonferenzen online über die Bühne gehen. Zudem sollen alle Lehrer und Lehrerinnen FFP2-Masken ausgehändigt bekommen. Die Schulleitungen können befristet das Tragen von Masken im Schulunterricht anordnen. "Wir müssen alles tun, damit die Lehrkräfte ihre Aufgabe erfüllen können", sagte Heinz Faßmann. Die Lehrer seien Schlüsselarbeitskräfte, die die Verantwortung dafür tragen würden, dass später nicht von einer "verloren gegangenen Generation Covid" die Rede sein müsse.

Die 15- bis 19-jährigen Schüler bleiben nach den Worten des Bildungsministers generell im Distance Learning, weil sie durch ihre verstärkten Sozialkontakte stärker von Infektionen betroffen seien als die jüngeren Schüler. "Über 15-Jährige können leichter selbstständig lernen, sie brauchen keine unmittelbare elterliche Betreuung." Außerdem sei jetzt anders als im Frühjahr das digitale Lernen eingeführt. Als Devise gibt er aus, der Lockdown dürfe nicht zulasten der Schüler und Schülerinnen gehen. Die Schulen könnten zudem autonom entscheiden, ob beispielsweise für bestimmte Gruppen ein Unterricht in Präsenz stattfinden soll, beispielsweise vor der Matura oder beim praktischen Unterricht. "Diese Flexibilisierung ist mit den Schulleitungen besprochen."

Bei der Pressekonferenz des Bildungsministers wurden auch Details für den Schulalltag verkündet: Der Dienstag - als erster Schultag nach den Herbstferien - ist für die Schüler der Oberstufe ein "Übergangstag". Sie können noch ihre Bücher und Hefte in den Schulen abholen oder mit den Klassenvorständen die weitere Vorgangsweise besprechen. Auch Schularbeiten sind in der ersten Novemberhälfte noch an der Schule möglich, in entsprechend großen Räumen und mit Abstand. Jene Schularbeiten, die für die zweite Novemberhälfte geplant waren, sollen in den Dezember verschoben werden. Eine Staffelung der Schulbeginnzeiten kann schulautonom durchgeführt werden. Auch notfalls von nur einer Schularbeit pro Semester ist die Rede.

Für Universitäten und Fachhochschulen gilt weiter Distance Learning, mit Ausnahmen wie Forschung in einem Labor zum Beispiel. Faßmann betonte, den Studierenden müsse ein Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht werden. "Ich will nicht, dass junge Menschen ihre wertvolle Studienzeit verlieren."

Infektiologin Petra Apfalter sagte, von den Infektionszahlen her sei das Offenhalten der Kindergärten und der Grundstufe an den Schulen gerechtfertigt. "Bildungseinrichtungen spielen in der Verbreitung dieses Virus eine völlig untergeordnete Rolle. Kinder sind weniger empfänglich und erkranken in den allermeisten Fällen nur leicht." An der Schule könne geordnet mit dem Virus umgegangen werden, das könne einen Weg aus der Pandemie weisen, betonte die Infektiologin. Zur Covid-Teststrategie im Allgemeinen sagte sie, man solle sich darauf fokussieren, wer krank werde. Ihrer Meinung nach gehören die Quarantäneregeln überdacht und überarbeitet, auch weil durch zu lange Quarantäne Personal etwa in Krankenhäusern oder Pflegeheimen wegfalle.

Die Pressekonferenz zum Nachhören

Aufgerufen am 28.11.2020 um 04:00 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/bildungsminister-eine-funktionierende-schule-hilft-bei-der-bewaeltigung-der-krise-95018308

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