Innenpolitik

Bildungsministerium strich strittige Noten-Passage

Seit Beginn dieses Schuljahrs kann in den ersten drei Volksschulklassen auf Wunsch von Eltern und Lehrern auf Ziffernnoten verzichtet werden. Pädagogen warnten am Dienstag jedoch davor, dass durch Detailregelungen des Bildungsministeriums jene, die Alternativ-Beurteilungen umgesetzt haben, zur Wiedereinführung von Noten gezwungen würden. Das Ministerium zog die entsprechende Passage prompt zurück.

Bildungsministerium strich strittige Noten-Passage SN/APA (dpa/Symbolbild)/Arne Dedert

Der Entwurf einer neuen Zeugnisformularverordnung hätte in den Pflichtgegenständen fünf "Beurteilungsstufen" vorgesehen, die in ihren Formulierungen ziemlich genau jenen für die Benotung von "Sehr Gut" bis "Nicht Genügend" entsprechen. Damit hätten künftig auch jene Schulen, die derzeit alternative Beurteilungsformen nutzen, de facto eine Umschreibung der Ziffernnoten in Semesternachricht und Jahreszeugnis schreiben müssen. Dort, wo Eltern und Lehrer sich neu für die Einführung von alternativer Beurteilung in den ersten drei Volksschulklassen entschieden hätten, wären wiederum die Noten de facto erhalten geblieben.

Nach negativen Stellungnahmen zum Begutachtungsentwurf in den vergangenen Wochen habe man allerdings im Ministerium "bereits längst beschlossen, dass das in dieser Form nicht kommen wird". Die standardisierten Formulierungen seien eigentlich als Hilfestellung für jene Lehrer gedacht gewesen, die bisher noch gar keine Erfahrung mit alternativer Leistungsbeurteilung gemacht haben. Am Montagabend hatte eine Initiative von mehreren Schulleitern, Lehrern und Schulforschern in einem offenen Brief an Hammerschmid appelliert, die geplanten Änderungen keinesfalls umzusetzen.

Quelle: APA

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