Innenpolitik

Bistum Gurk machte 2018 eine Million Euro Verlust

Dompropst Engelbert Guggenberger, vor Kurzem als Administrator der Diözese Gurk-Klagenfurt abgelöst, hat am Montag mit führenden Klerikern die Bilanz der Diözese, die Rechnungsabschlüsse derselben sowie erstmals auch von Bistum und Domkapitel vorgelegt. Im Bistum sei man dabei, vergangene Misswirtschaft zu sanieren, hieß es vor Journalisten. Der Verlust wurde auf rund eine Million Euro halbiert.

"Gemeinsam mit dem Gurker Domkapitel und Fachleuten der Diözese galt es das, was im Bistum im Bildungs- und Hotelbereich wirtschaftlich aus dem Ruder gelaufen war, in geordnete Bahnen zurückzuführen", sagte Bistums-Geschäftsführer Gerhard Christoph Kalidz. Einsparungsmaßnahmen wurden gesetzt, etwa werde man zukünftig im Stift St. Georgen auch auf Saisonarbeitskräfte setzen und nicht alle Mitarbeiter ganzjährig beschäftigen. Rund die Hälfte der Bistumserträge von 7,9 Millionen Euro stammt aus der Forstwirtschaft. Auf der Ausgabenseite dominiert mit 3,2 Millionen Euro der Personalaufwand für die 74 Mitarbeiter.

Das Vermögen des Bistums umfasst laut Bilanz gut 31 Millionen Euro. Allerdings werden hier nur Investitionen und Anlagen aus den vergangenen Jahren gezählt. Das Gesamtvermögen, das auf eine Schenkung der Heiligen Hemma von Gurk vor 950 Jahren zurückgeht, wurde nie geschätzt. Ob es die kolportierten 300 Millionen Euro wert ist, könne daher nicht seriös gesagt werden, so Kalidz. Im Besitz des Bistums befinden sich Liegenschaften - vorwiegend Wälder und Almen - im Ausmaß von 12.000 Hektar. Die Diözese und die Pfarren besitzen weitere 6.000 Hektar, das Domkapitel 1.640 Hektar. Das Domkapitel hatte 2018 88.000 Euro Abgang. Wertpapiererträge, die in den Vorjahren Sanierungsmaßnahmen am Gurker Dom und am Domherrenhaus finanziert hatten, waren 2018 ausgeblieben.

Die Diözese Gurk-Klagenfurt hat im Jahr 2018 rund 27,5 Millionen Euro aus Kirchenbeitragszahlungen eingenommen, drei Prozent mehr als im Vorjahr, und entspricht damit etwa drei Viertel ihrer Gesamteinnahmen von 36 Millionen Euro. Eine weitere wesentliche Einnahmequellen waren knapp vier Millionen Euro an staatlichen Zahlungen wegen Enteignungen in der NS-Zeit. Ausgegeben wurde das Geld unter anderem für die Besoldung von Laien (13,4 Millionen Euro) und Klerus (8,8 Millionen Euro), Betriebsaufwendungen, Zuschüsse an Pfarren sowie Missions- und Entwicklungshilfe. Das Vermögen der Diözese steckt vor allem in Sachanlagen (33,4 Millionen Euro) und Finanzanlagen (67,6 Millionen Euro), Gelder, die großteils als Rückstellungen für Pensionszahlungen gedacht sind. Die Bilanzsumme der Diözese beläuft sich auf 113,6 Millionen Euro.

In den vergangenen zehn Jahren flossen 3,5 Millionen Euro aus der Diözese zum Bistum, 75 Prozent davon aus Kirchenbeiträgen. Die Gelder wurden überwiegend für Bildungsmaßnahmen bezahlt. Guggenberger möchte, dass sich dieser Geldfluss in Zukunft umdreht, sodass Einnahmen aus dem Bistum - genannt wurden zwei Millionen im Jahr - der Diözese für die Seelsorge zur Verfügung gestellt werden. Der neue Leiter der Kärntner Kirche, Administrator Militärbischof Werner Freistetter, war bei der Pressekonferenz nicht dabei, aus terminlichen Gründen, wie es hieß.

Quelle: APA

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