Innenpolitik

Blaues Wundenlecken und Sprücheschmieden

In ihrem Klub im Parlament war die FPÖ nach der Wahlniederlage bei der Präsidentschaftswahl mit Wundenlecken beschäftigt. Bei ausreichend Wein, Bier aber auch Schnitzel war man damit beschäftigt, die Schuld für das Abschneiden Norbert Hofers zu finden. Aber auch Slogans für die kommende Nationalratswahl wurden bereits ausgedacht. In Anlehnung an den Grünen Wahlkampf etwa: "Mehr denn je - HC!"

Blaues Wundenlecken und Sprücheschmieden SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Gedrückte Stimmung bei der FPÖ.

Nur wenige Funktionäre hatten von Beginn an den Weg zur Wahlparty im Klubsaal gefunden. So fehlten etwa die meisten Landesobleute, lediglich die Wiener Fraktion war mit Vizebürgermeister Johann Gudenus und Ursula Stenzel gut vertreten. Auch Oberösterreichs Landesobmann Manfred Haimbuchner schaute vorbei. Dafür ließen Journalisten aus dem In- und Ausland nicht aus: Knapp 350 hatten sich für die doch knapp bemessenen Räumlichkeiten akkreditiert.

Bis zum Eintreffen von Norbert Hofer und Parteichef Heinz-Christian Strache um Punkt 21 Uhr hatten sich die Reihen dann doch schon wieder gelichtet. Zu späten Ehren kam dabei die Hauskapelle John Otti Band, die ja im Wahlkampffinale nicht aufgeigen durfte. Zumindest vom Band tönte der Wahlkampf-Song "Immer wieder Österreich".

In Tanzlaune war dennoch kein Freiheitlicher. Stattdessen waren Mitarbeiter und Funktionäre auf der Suche nach der Ursache. Ganz oben auf der Liste der Bärendienste: Die Aussagen des britischen EU-Gegners Nigel Farage, wonach Hofer nach einem Sieg bei der Bundespräsidentenwahl ein EU-Austrittsreferendum verlangen werde. Aber auch der Wahlkampf Van der Bellens wurde teilweise mit Respekt bedacht.

Auf eine offizielle Wahlparty hatten die Freiheitlichen bereits im Vorfeld verzichtet - wohl auch aus finanziellen Gründen, wie es hieß.

Quelle: APA

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