Strolz würde zwar gerne eine Koalition mit SPÖ und ÖVP eingehen, kann sich daneben aber auch eine andere Variante vorstellen, die er dem Staatsoberhaupt dargelegt habe: Seiner Meinung nach könnte man den Bildungsbereich zu einem koalitionsfreien Raum machen. Die NEOS würden den Minister stellen, alle Anliegen im Bildungsbereich würden ohne Umwege - also ohne Ministerratsbeschluss - direkt ins Parlament kommen und dort geheim darüber abgestimmt werden, erläuterte Strolz.
SPÖ und NEOS werden unterdessen in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe "Gemeinsamkeiten" im Themenfeld Bildungspolitik diskutieren und herausarbeiten. Das ist das Ergebnis eines Gespräches von SPÖ-Klubobmann Cap mit Strolz am Donnerstag. Dieses verlief "sehr konstruktiv" und werde nicht das letzte sein, erklärte Cap danach gegenüber der APA. Mit den NEOS gebe es große Schnittmengen in der Bildungs-, aber auch der Europapolitik. Deshalb wolle die SPÖ im Parlament intensiv mit der neuen Partei zusammenarbeiten.
Koalitionsverhandlung sei das Gespräch keine gewesen, merkte Cap an - und so sei es auch nicht um den Vorschlag gegangen, den Strolz beim Bundespräsidenten vorlegte: Die Bildungspolitik zum koalitionsfreien Raum zu machen, mit einem NEOS-Minister, der seine Vorschläge direkt ins Parlament bringt. Er habe sich mit dem NEOS-Chef darüber unterhalten, wie man auf der parlamentarischen Ebene zusammenarbeiten werde. Denn man wolle mit den Oppositionsparteien möglichst viel gemeinsam beschließen, betonte der SPÖ-Klubobmann.


