Innenpolitik

Bundesheer streicht das Binnen-I

Das Bundesheer schafft das Binnen-I ab. "Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit", erklärte Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) in der "Krone" das "Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen".

Frauen beim österreichischen Bundesheer (September 2007, Heeresunteroffiziers-Akademie in Enns). SN/APA/HANS PUNZ
Frauen beim österreichischen Bundesheer (September 2007, Heeresunteroffiziers-Akademie in Enns).

Der 2001 verordnete "geschlechtergerechte Sprachgebrauch" habe sich als nicht praxistauglich erwiesen. Sprachliche Gleichberechtigung der Geschlechter werde aber nicht prinzipiell abgelehnt. Wo sich eine Alltagstauglichkeit ergebe, würden Formulierungen wie "die Studierenden" verwendet.

Im österreichischen Bundesheer sind aktuell etwas mehr als 610 Frauen als Soldatinnen beschäftigt.

Die Initiatiative, Frauen in der Sprache auch als solche erkennbar werden zu lassen, ging von Herbert Haupt aus. Er war von 2000 bis 2003 Bundesminister für "Soziale Sicherheit und Generationen" und damals auch ressortzuständig für Frauenangelegenheiten. Und Haupt gehörte - jedenfalls zu jener Zeit - der FPÖ an.

Bundesjugendvertretung, rote Jugendorganisationen und die Liste Pilz kritisierten die Abschaffung des Binnen-I beim Bundesheer. Kunasek wurde für die Maßnahme vom Frauennetzwerk Medien umgehend das "Rosa Handtaschl" verliehen. Die SJ ist der Meinung, dass die FPÖ mit dieser Maßnahme von den geplanten "Verschlechterungen im Gesundheitssystem" ablenken will und die Liste Pilz ortet einen "weiteren Rückschritt unter Schwarz-Blau". Die Bundesjugendvertretung hält die vom Verteidigungsressort genannten Argumente Unlesbarkeit und Unverständlichkeit für vorgeschoben und fürchtet, dass dieses Beispiel in der Regierung Schule machen könnte.

Genau das fordern FPÖ-Frauensprecherin Carmen Schimanek und der Wiener FPÖ-Obmann Johann Gudenus in Aussendungen, da ihrer Ansicht nach das Gendern "überhandgenommen" habe. Das Frauennetzwerk Medien hingegen betonte: "Wer Frauen auch sprachlich nicht mehr sichtbar macht, zeigt damit, dass sie keine Rolle spielen sollen." Für die Abschaffung setzte es für Kunasek die unrühmliche Auszeichnung das "Rosa Handtaschl".ell abgelehnt. Wo sich eine Alltagstauglichkeit ergebe, würden Formulierungen wie "die Studierenden" verwendet.

Quelle: APA

Aufgerufen am 17.07.2018 um 07:54 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/bundesheer-streicht-das-binnen-i-28374745

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