Innenpolitik

Bundesheer will Denkmal auf dem Heldenplatz errichten

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) plant die Errichtung eines Bundesheer-Denkmals auf dem Heldenplatz. Einen Beschluss dazu soll es in der kommenden Woche im Ministerrat geben.

Bundesheer will Denkmal auf dem Heldenplatz errichten SN/APA/HERBERT P.OCZERET
Auf dem Heldenplatz in Wien zeigt das Bundesheer traditionell zum Nationalfeiertag eine Leistungsschau, nun will Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil dort der heimischen Armee ein Denkmal setzen lassen.

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) drängt seit Monaten massiv auf die Errichtung eines Bundesheerdenkmals auf dem Wiener Heldenplatz. Im Juni soll der Minister per Weisung die Errichtung eines Denkmals mit Bezug zum Soldaten der heutigen Zeit und unter klarer "Erkennbarkeit des militärischen Charakters" angeordnet haben.

Und schon kommenden Dienstag soll es einen mit dem Koalitionspartner abgestimmten Ministerratsvortrag im Hinblick auf die Errichtung des Denkmals im räumlichen Nahbereich des Heldendenkmals im Äußeren Burgtor geben, wie nach dem SN-Exklusivbericht am Donnerstag im Verteidigungsministerium bestätigt wurde.

Die Gedenkstätte soll laut Verteidigungsministerium als "Identifikationssymbol für alle Soldatinnen und Soldaten" dienen. Doskozil: "Das Bundesheer der Zweiten Republik hat ein Denkmal verdient. Die Soldatinnen und Soldaten der Zweiten Republik haben bisher enorm viel für Österreich und bei Friedensmissionen im Ausland geleistet." Alleine 52 Angehörige des Bundesheeres seien bei Auslandseinsätzen gestorben. Daher sei die Errichtung einer Gedenkstätte "längst überfällig". Seit 1955 starben 55 Soldaten im Einsatz.

Wie die SN erfuhren, werden für die Denkmalerrichtung und einen vorausgehenden Projekt- bzw. Ideenwettbewerb für ein Denkmal "mit militärischem Charakter" in konkreter oder abstrakter Ausführung Kosten von etwas mehr als einer Million Euro veranschlagt. Dies wurde auf SN-Anfrage allerdings offiziell nicht bestätigt.

Ideenwettbewerb kommt 2017

Im Frühling 2017 soll eine Fachjury bestehend aus nationalen und internationalen Künstlern und Experten über die eingereichten Entwürfe entscheiden. Die endgültige Fertigstellung ist für den Herbst 2018 geplant. Die Kosten für das Denkmal sind mit 240.000 Euro veranschlagt. Etwaige anfallende Kosten im Umfeld des vorgesehenen Platzes wie beispielsweise ein barrierefreier Zugang können die Kosten aber noch erhöhen, hieß es am Donnerstag gegenüber der APA aus dem Ministerium.

Für das Deserteursdenkmal auf dem nahen Ballhausplatz wurden zum Vergleich insgesamt 245.000 Euro von der Stadt Wien zur Verfügung gestellt. Vergleichbare aktuelle militärische Monumente gibt es international jedenfalls in unterschiedlich martialischen Ausprägungen und von höchst unterschiedlicher künstlerischer Qualität.

Das in unmittelbarer Nähe des geplanten Errichtungsorts bestehende Heldendenkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege und die Opfer des Nationalsozialismus gilt aufgrund des Funds von NS-Botschaften, die vom Bildhauer des "Toten Kriegers" versteckt wurden, als "verseucht" und wird von der Bundesregierung nicht mehr für Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen genutzt. Die schon lang und wiederholt angekündigte Neugestaltung des Heldendenkmals ist derzeit noch im Gange.Kritik am Vorhaben des Ministeriums gibt es bereits im Vorfeld. So sprach der grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal" von einem "sündteuren Militärdenkmal" und einem "Zeichen für eine hochproblematische Remilitarisierung des öffentlichen Raums". Doskozil dazu: "Es ist schade, dass die geplante Errichtung einer Gedenkstätte, noch bevor überhaupt ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wurde, parteipolitisch missbraucht wird."

Quelle: SN

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